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Artikel: Gelbgold, Weißgold oder Roségold: Was steckt in 18 Karat?

Ring Blume in 18 Karat Gelbgold, Weißgold und Roségold nebeneinander vor goldenen und roséfarbenen Seidenschleiern

Gelbgold, Weißgold oder Roségold: Was steckt in 18 Karat?

Drei Ringe, ein Modell, drei völlig verschiedene Persönlichkeiten. Legt man denselben Ring in Gelbgold, Weißgold und Roségold nebeneinander, glaubt man kaum, dass alle drei zu genau drei Vierteln aus demselben Metall bestehen. Doch genau das bedeutet „18 Karat“: 750 von 1.000 Teilen sind reines Gold. Was die Farbe macht, ist das restliche Viertel. Wir erklären, worin sich Gelbgold, Weißgold und Roségold unterscheiden, was hinter 750, 585 und 333 steckt und warum Ihr Weißgoldring alle paar Jahre einen Wellnesstag verdient.

Kurz gesagt
  • Karat zählt in Vierundzwanzigsteln: 24 Karat sind nahezu reines Gold (999), 18 Karat sind 75 Prozent (750), 14 Karat rund 58,5 Prozent (585), 9 Karat 37,5 Prozent (375).
  • Die Farbe kommt von den Legierungsmetallen: Gelbgold mischt Gold mit Silber und Kupfer, Roségold mit mehr Kupfer, Weißgold mit Palladium oder Nickel.
  • Weißgold wird meist rhodiniert. Die hauchdünne Rhodiumschicht sorgt für das kühle Strahlen und nutzt sich mit der Zeit ab.
  • Bei 18 Karat ist der Goldanteil in allen drei Farben gleich. Wählen Sie also nach Hautton, Stil und Ihrem übrigen Schmuck, nicht nach „Wert“.

Preise laut 4D OUTFITTERS Webshop, Stand: 19. Oktober 2026. Die angezeigten Preise werden automatisch aus dem Shop aktualisiert.

Was bedeutet 18 Karat Gold?

Das Karat ist beim Gold keine Gewichtseinheit wie beim Diamanten, wo es das Gewicht beschreibt (mehr dazu in Carat: Das erste C der 4Cs). Beim Gold ist es ein Bruch. Man teilt das Schmuckstück gedanklich in 24 Teile und zählt, wie viele davon reines Gold sind. 18 Karat bedeutet also 18 von 24 Teilen, exakt 75 Prozent. In Europa wird das als Feingehalt in Tausendsteln gestempelt, deshalb steht im Ring „750“.

Bei 14 Karat ergibt die Rechnung eigentlich 583,3 Tausendstel. Gestempelt wird trotzdem „585“, aufgerundet, damit der Goldgehalt garantiert erreicht wird. In Deutschland ist auch 8 Karat (333) verbreitet. In Österreich müssen Goldwaren ab einem Feingehalt von 585 nach dem Punzierungsgesetz geprüft und punziert werden. Darunter fallen sie aus diesem Gesetz heraus, der Feingehalt muss beim Verkauf aber klar angegeben sein.

Karat Stempel Goldanteil Charakter
24 kt 999 99,9 % Satt gelb, sehr weich, eher für Barren und Münzen als für Ringe
18 kt 750 75 % Der Klassiker für feinen Schmuck: intensive Farbe, gut verarbeitbar
14 kt 585 58,5 % Hellere Farbtöne, robust, in Österreich die Schwelle der Punzierungspflicht
9 kt 375 37,5 % Deutlich blasser, im englischsprachigen Raum verbreitet
8 kt 333 33,3 % In Deutschland gebräuchlich, mehr Legierung als Gold

Warum ist reines Gold nicht im Ring?

Weil es zu weich ist. Gold hat auf der Mohs-Skala nur eine Härte von etwa 2,5, ungefähr wie ein Fingernagel. Es ist so formbar, dass sich ein einziges Gramm laut Wikipedia zu rund einem Quadratmeter Blattgold schlagen lässt. Herrlich für Vergolder, weniger herrlich für einen Ring, der täglich an Türklinken, Tastaturen und Kinderwagen stößt. Erst die Legierung mit anderen Metallen macht Gold hart genug für den Alltag, und ganz nebenbei bestimmt sie die Farbe.

Gelbgold, Weißgold, Roségold: Was ist der Unterschied?

Bei 18 Karat ist das Rezept immer gleich: drei Viertel Gold. Das letzte Viertel entscheidet. Kupfer färbt warm und rötlich und macht die Legierung härter, Silber verschiebt die Farbe von Gelb über Grünlich bis Weiß, Palladium entfärbt das Gold zu einem hellen Grau. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Pforzheimer Scheideanstalt Kalman Hafner, die auch Fairmined-Gold verarbeitet. Ihre 18-karätigen Legierungen enthalten laut Fairmined-Lieferantenverzeichnis jeweils rund 750 Tausendstel Gold, dazu:

Warm und klassisch

Gelbgold

Rund 125 Tausendstel Silber und 119 Tausendstel Kupfer, eine Prise Zink. Ein ausgewogenes Verhältnis, das das typische Sonnengelb ergibt.

Wirkt traditionell, festlich und passt hervorragend zu warmen Farbsteinen.

Kühl und modern

Weißgold

Rund 130 Tausendstel Palladium, dazu Kupfer und Zink. Das Palladium nimmt dem Gold seine Farbe, übrig bleibt ein warmes Hellgrau.

Meist rhodiniert, darum strahlend weiß. Die Bühne für Diamanten.

Zart und romantisch

Roségold

Rund 199 Tausendstel Kupfer und nur 40 Tausendstel Silber. Je mehr Kupfer, desto röter; reines „Rotgold“ besteht laut Wikipedia aus 75 % Gold und 25 % Kupfer.

Durch das Kupfer etwas härter als Gelbgold gleichen Karats.

Mehrere unserer Diamantringe gibt es im selben Design in allen drei Goldfarben, etwa den Ring 1AP18 in Gelbgold, Weißgold und Roségold mit 26 Brillanten oder den zarten Ring Blume oben. Die ganze Auswahl finden Sie unter Ringe aus Gold.

Warum wird Weißgold rhodiniert?

Weil Weißgold ehrlich gesagt nicht ganz weiß ist. Ohne Beschichtung zeigt es einen leicht gelblichen, warmen Schimmer, und laut GIA wirkt 18-karätiges Weißgold sogar etwas wärmer als 14-karätiges, schließlich steckt mehr Gold darin. Deshalb erhält es meist einen hauchdünnen Überzug aus Rhodium, einem Platinmetall. Das Rhodium sorgt für das kühle, spiegelnde Weiß und schützt die Oberfläche.

Die Schicht nutzt sich mit der Zeit ab, besonders an der Ringinnenseite und an Stellen mit viel Reibung. Dann schimmert die warme Legierung durch. Das ist kein Mangel, sondern Physik. Ein Goldschmied kann den Ring neu rhodinieren, und er sieht danach aus wie am ersten Tag.

Wussten Sie?

Rhodium gehört laut Wikipedia zu den seltensten Elementen der Erdkruste. Weltweit werden pro Jahr nur rund 30 Tonnen gewonnen, etwa drei Viertel davon in Südafrika. Sein Preis schwankte zwischen 2016 und 2021 von unter 700 auf fast 30.000 US-Dollar pro Feinunze.

Welche Goldfarbe passt zu mir?

Die strengen Regeln von „kühle Haut, Weißgold“ und „warme Haut, Gelbgold“ halten wir für überbewertet; seriöse Belege dafür haben wir nicht gefunden. Das gemmologische Institut GIA hält immerhin fest, dass der warme Ton von Roségold einer sehr breiten Palette von Hauttönen schmeichelt. Für Ihre Entscheidung helfen eher diese Fragen:

  • Was tragen Sie schon? Uhr, Ohrringe, Brillengestell. Ein neuer Ring sollte sich in Ihre Welt einfügen oder bewusst einen Kontrast setzen.
  • Welcher Stein spielt die Hauptrolle? Weißgold lässt farblose Diamanten besonders kühl strahlen. Gelbgold macht warme Steine wie Citrin oder Rutilquarz noch sonniger. Roségold schmeichelt Rosenquarz, rosa Turmalin und Opal, wie bei den Noën Stellini.
  • Wie robust soll er sein? Roségold ist dank Kupfer etwas widerstandsfähiger. Weißgold braucht gelegentlich frisches Rhodium.
  • Warum nicht alle drei? Gemischte Goldfarben am Finger sind längst kein Stilbruch mehr. Ein schmaler Ring in jeder Farbe ergibt ein wunderbares Stacking.

Gibt es Gold in allen Farben auch fair?

Ja, denn die Farbe entsteht erst beim Legieren in der Scheideanstalt, lange nachdem das Gold die Mine verlassen hat. Fairmined-Gold aus zertifiziertem Kleinbergbau lässt sich deshalb genauso zu Gelb-, Weiß- oder Roségold verarbeiten. Für jedes Kilo zahlen Käufer laut Fairmined eine Prämie von 4.000 US-Dollar an die Minenorganisation, bei ökologischem Fairmined-Gold, das ohne giftige Chemikalien gewonnen wird, 6.000 US-Dollar.

Noën aus Pforzheim arbeitet ausschließlich mit Fairmined-Gold, bei uns durchweg in 18 Karat und in allen drei Farben. Den Ring Join gibt es etwa als Join M in Gelbgold, als Join XS in Roségold und als Join XS in Weißgold, jeweils poliert oder matt. Woher Noëns Gold kommt, erzählen wir in Über Berg und Tal: die Reise zu Noëns Fairmined-Gold.

Wie pflege ich Gelbgold, Weißgold und Roségold?

Die gute Nachricht: Gold selbst rostet nicht und läuft nicht an. Das GIA empfiehlt für alle drei Farben dasselbe sanfte Bad: 15 bis 30 Minuten in warmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel (das GIA nennt optional ein wenig Ammoniak), danach mit einer weichen Zahnbürste reinigen und warm abspülen. Chlor und scharfe Reiniger sind tabu, also Ring ab vor dem Pool. Bei Weißgold lohnt es sich, ihn auch vor dem Duschen abzunehmen, weil manche Seifen und Shampoos die Rhodiumschicht stumpf machen. Roségold kann durch sein Kupfer mit der Zeit eine leichte Patina entwickeln, die viele als besonders charmant empfinden. Passende Tücher, Boxen und Pflegemittel finden Sie unter Schmuckpflege und Aufbewahrung.

Kuriositäten rund ums Gold

Was in 750 Tausendsteln steckt

  1. Russisches Gold

    Roségold war im frühen 19. Jahrhundert in Russland so beliebt, dass es dort als „Russisches Gold“ bekannt wurde. Später setzte Carl Fabergé es laut GIA in seinen Eiern für den Zarenhof ein.

  2. Grünes Gold aus der Natur

    Elektrum, eine natürliche Mischung aus Gold und Silber, wird manchmal „grünes Gold“ genannt. Aus Elektrum bestanden die ersten Münzen der Welt, geprägt um 650 vor Christus in Lydien.

  3. Alles Gold der Welt in einem Würfel

    Laut World Gold Council gab es Mitte 2026 rund 222.600 Tonnen oberirdisches Gold. Zu einem Würfel gegossen, hätte er eine Kantenlänge von nur etwa 22,6 Metern. Fast die Hälfte davon ist Schmuck.

  4. Schwer wie kaum etwas

    Gold hat eine Dichte von 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter. Ein Liter Gold wiegt also über 19 Kilogramm.

  5. Ein Gramm, ein Quadratmeter

    Aus einem Gramm Gold lässt sich ein hauchdünnes Blatt von etwa einem Quadratmeter schlagen.

  6. Rhodium, teurer als Gold

    Die weiße Schutzschicht vieler Weißgoldringe besteht aus einem Metall, das zeitweise ein Vielfaches des Goldpreises kostete.

Für Gold-Nerds: 5 Fakten zu Legierungen
  • 14 Karat: Rechnerisch 583,3 Tausendstel, gestempelt wird 585, damit der Goldgehalt sicher erreicht ist.
  • Nickel: Manche Weißgoldlegierungen enthalten Nickel. In der EU darf Schmuck mit längerem Hautkontakt laut REACH höchstens 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter und Woche abgeben, Stecker für Piercings höchstens 0,2.
  • Palladium-Weißgold kommt ohne Nickel aus. Das GIA rät Menschen mit Nickelallergie, nickelhaltiges Weißgold zu meiden.
  • Zink steckt in kleinen Mengen in allen drei Hafner-Legierungen, von 5 bis 36 Tausendstel.
  • Punze in Österreich: Goldwaren ab 585 Tausendstel unterliegen der Prüf- und Punzierungspflicht nach dem Punzierungsgesetz.

Häufige Fragen zu Gelbgold, Weißgold und Roségold

Was ist der Unterschied zwischen Gelbgold, Weißgold und Roségold?

Alle drei enthalten bei 18 Karat 75 Prozent reines Gold. Der Unterschied liegt in den übrigen 25 Prozent: Gelbgold enthält Silber und Kupfer, Roségold mehr Kupfer, Weißgold Palladium oder Nickel. Weißgold wird zudem meist rhodiniert.

Was bedeutet 750 im Ring?

750 ist der Feingehalt in Tausendsteln: 750 von 1.000 Teilen sind reines Gold. Das entspricht 18 Karat.

Ist 18 Karat besser als 14 Karat?

18 Karat enthält mehr Gold, hat eine intensivere Farbe und gilt als Standard für feinen Schmuck. 14 Karat (585) ist etwas heller und ebenfalls robust. Besser ist, was zu Ihnen und Ihrem Schmuckstück passt.

Ist Weißgold wertvoller als Gelbgold?

Bei gleichem Karat ist der Goldanteil identisch. Unterschiede im Preis ergeben sich eher durch die Legierungsmetalle, die Verarbeitung und die Rhodinierung.

Warum wird mein Weißgoldring gelblich?

Weil sich die Rhodiumschicht mit der Zeit abnutzt und die leicht warme Weißgoldlegierung durchscheint. Ein Goldschmied kann den Ring neu rhodinieren.

Gibt es faires Gold in allen Farben?

Ja. Die Farbe entsteht erst beim Legieren. Noën fertigt zum Beispiel Schmuck aus 18-karätigem Fairmined-Gold in Gelb-, Weiß- und Roségold.

Am schönsten entscheiden Sie sich nicht am Bildschirm, sondern an Ihrer Hand. Kommen Sie in unsere Boutique in Bregenz und probieren Sie Gelbgold, Weißgold und Roségold nebeneinander, gern auch übereinander. Oder schreiben Sie uns eine Nachricht, wir beraten Sie gern persönlich. Die ganze Auswahl finden Sie unter Feingold-Schmuck.

Ihr Team 4D OUTFITTERS, Bregenz

Quellen: Wikipedia: Fineness · Wikipedia: Gold · Wikipedia: Colored gold · Fairmined: Kalman Hafner · Fairmined Standard · GIA: Yellow Gold vs. Rose Gold · GIA: White Gold vs. Silver · GIA: Buying Guide · Wikipedia: Rhodium · Wikipedia: Electrum · World Gold Council · BMF: Punzierung · Wikipedia: Nickel Directive

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