
ZUTATEN-LEXIKON
Elemi
Canarium luzonicum · Balsambaumgewächse (Burseraceae)
Hell, zitronig und harzig, mit kühlem Hauch von Kiefer und würzig-balsamischer Tiefe.
NATÜRLICHHARZIG · ZITRISCH-BALSAMISCH · VOR ALLEM KOPFNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Elemibaum Canarium luzonicum, ein über 30 m hoher Regenwaldbaum der Balsambaumgewächse
- Herkunft: nur auf den Philippinen, gehandelt als „Manila-Elemi“
- Gewinnung: Anzapfen der Rinde, Wasserdampfdestillation des Harzes zum Öl, Extraktion zum Resinoid
- Duft: hell, zitronig-harzig, kühl nach Kiefer, würzig-balsamisch – vor allem Kopfnote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Endemisch auf den Philippinen, in Regenwäldern niedriger und mittlerer Lagen · Im Handel als „Manila-Elemi“ heute praktisch das einzige international gehandelte Elemi
- Gewinnung
- Anzapfen der Rinde; Wasserdampfdestillation des Harzes zum ätherischen Öl, Lösungsmittelextraktion zum Resinoid
- Hauptmoleküle
- Limonen (C₁₀H₁₆, frisch-terpenig, rund 56 % des Öls) · α-Phellandren (C₁₀H₁₆, rund 18 %) · Elemol (C₁₅H₂₆O, Sesquiterpenalkohol, rund 6 %) · Elemicin (C₁₂H₁₆O₃, würziger Aromat, rund 2 %)
- Ernte
- Gezapft wird das ganze Jahr, in der Regenzeit fließt mehr Harz; destilliert wird meist erst im Abnehmerland, daher ist Elemiöl ganzjährig verfügbar.
- Oft kombiniert mit
- Bergamotte, Patschuli, Benzoe, Moschus, Kardamom, Sandelholz, Vanille
Zahlen, die verblüffen
3 bis 5 Kilogramm
Harz genügen rechnerisch für ein Kilogramm Elemiöl – das frische Harz besteht zu rund einem Fünftel bis knapp einem Drittel aus ätherischem Öl.
56 %
des Elemiöls kann ein einziges Molekül ausmachen: Limonen – mehr als alle übrigen Bestandteile zusammen.
rund 300 Tonnen
Manila-Elemi exportierten die Philippinen von 1988 bis 1993 im Schnitt pro Jahr – bis zu drei Viertel davon gingen nach Frankreich.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Gezapft wird das ganze Jahr, in der Regenzeit fließt mehr Harz; destilliert wird meist erst im Abnehmerland, daher ist Elemiöl ganzjährig verfügbar.
Gewonnen wird Elemi durch Anzapfen: Mit einem Buschmesser, dem „Bolo“, und einem Holzhammer schlagen Zapfer waagrechte Streifen in die Rinde von Bäumen mit 20 bis 60 cm Stammdurchmesser. Alle paar Tage wird der Schnitt etwas höher erneuert, damit das Harz weiterfließt; in der Regenzeit fließt mehr. Frisch ist es ölig, hellgelb bis grünlich und honigartig, an der Luft verliert es Duftstoffe und härtet aus. Weiche Sorten gelten als besser, weil sie mehr Öl enthalten. Das Harz enthält rund 20 bis 30 % ätherisches Öl, das per Wasserdampfdestillation gewonnen wird – meist erst im Abnehmerland, weil das frische Öl beim Stehen verharzt. Durch Lösungsmittelextraktion entsteht ein Resinoid.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Elemi stammt vom Pili-Nussbaum.
Mythos. Der Pili-Nussbaum Canarium ovatum ist ein naher Verwandter, der ebenfalls nur auf den Philippinen wächst, sein Harz wird aber nur örtlich genutzt. Das gehandelte Manila-Elemi stammt von Canarium luzonicum; die Verwechslung kommt daher, dass „Pili“ regional für beide Bäume gebraucht wird.
Aussage 2
Elemi ist mit Weihrauch und Myrrhe verwandt.
Wahr. Der Elemibaum gehört wie die Weihrauch- (Boswellia) und Myrrhenbäume (Commiphora) zu den Balsambaumgewächsen, deren Rinde von Harzkanälen durchzogen ist. Früher wurde sogar das Harz einer Weihrauch-Art, Boswellia frereana, als „afrikanisches Elemi“ gehandelt.
Aussage 3
Elemiöl wird gleich nach dem Zapfen im Wald destilliert.
Mythos. Meist reist das Harz zuerst: Destilliert wird in der Regel im Abnehmerland, nahe an der Verwendung, weil frisch destilliertes Elemiöl beim Stehen verharzt und polymerisiert. Das Harz selbst wird gereinigt und in Kunststoff verpackt exportiert.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT ELEMIZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Elemi
Fragen und Antworten
Hell, zitronig und harzig, mit kühlem Hauch von Kiefer und würzig-balsamischer Tiefe.
Elemi stammt von Canarium luzonicum, einem immergrünen Baum, der über 30 Meter hoch wird und nur auf den Philippinen wächst. Er gehört zu den Balsambaumgewächsen, derselben Familie, aus der auch Weihrauch und Myrrhe kommen; typisch für sie sind Harzkanäle in der Rinde. Der Baum wächst in Primär- und Sekundärregenwäldern niedriger und mittlerer Lagen. Verwechslungsgefahr besteht mit dem nah verwandten Pili-Nussbaum Canarium ovatum, ebenfalls ein Philippiner, dessen Name „Pili“ regional auch für den Elemibaum gebraucht wird. Das Harz kommt als „Manila-Elemi“ in den Handel und ist heute praktisch das einzige Elemi, das international gehandelt wird.
Gewonnen wird Elemi durch Anzapfen: Mit einem Buschmesser, dem „Bolo“, und einem Holzhammer schlagen Zapfer waagrechte Streifen in die Rinde von Bäumen mit 20 bis 60 cm Stammdurchmesser. Alle paar Tage wird der Schnitt etwas höher erneuert, damit das Harz weiterfließt; in der Regenzeit fließt mehr. Frisch ist es ölig, hellgelb bis grünlich und honigartig, an der Luft verliert es Duftstoffe und härtet aus. Weiche Sorten gelten als besser, weil sie mehr Öl enthalten. Das Harz enthält rund 20 bis 30 % ätherisches Öl, das per Wasserdampfdestillation gewonnen wird – meist erst im Abnehmerland, weil das frische Öl beim Stehen verharzt. Durch Lösungsmittelextraktion entsteht ein Resinoid.
Elemi bringt eine helle, zitronig-harzige Frische in eine Komposition und wirkt vor allem im Auftakt. Der hohe Anteil leichtflüchtiger Monoterpene wie Limonen und α-Phellandren sorgt für den spritzigen Einstieg, während balsamische und würzige Anteile wie Elemol und Elemicin länger nachklingen. So verbindet Elemi frische Zitrusnoten mit Gewürzen, Hölzern und anderen Harzen und gibt rauchigen oder balsamischen Akkorden eine luftige, kühle Helligkeit. In unserem Sortiment steht Elemi in 24 Düften, davon in 19 in der Kopfnote und in 5 in der Basisnote; dazu kommt Elemiharz in 9 weiteren Düften.
Harzig · Zitrisch-balsamisch · vor allem Kopfnote
Gezapft wird das ganze Jahr, in der Regenzeit fließt mehr Harz; destilliert wird meist erst im Abnehmerland, daher ist Elemiöl ganzjährig verfügbar.
In unseren Düften steht es oft neben Bergamotte, Patschuli, Benzoe, Moschus, Kardamom, Sandelholz, Vanille.
Das Wort „Elemi“ ist im Englischen seit den 1540er-Jahren belegt; es kam über neulateinisch „gummi elemi“ nach Europa und geht vermutlich auf arabisch „al-lāmī“ zurück. Lange bezeichnete es kein bestimmtes Harz, sondern verschiedene duftende Baumharze: So gab es afrikanisches Elemi von einer Weihrauch-Art (Boswellia frereana) und brasilianisches aus Südamerika. Im 19. Jahrhundert setzte sich das Manila-Elemi von den Philippinen durch und war in europäischen Apotheken Bestandteil von Pflastern und Salben. 1908 beschrieb der deutsche Chemiker F. W. Semmler das Elemicin als hochsiedenden Bestandteil des Elemiöls. Später diente das Harz vor allem Lacken, Firnissen und Druckfarben; heute nimmt es überwiegend die Duftstoffindustrie ab, Hauptabnehmer ist Frankreich.
- Das Harz von den Philippinen, als „Manila-Elemi“ gehandelt, dient nicht nur der Parfümerie, sondern wurde auch Lacken, Firnissen und Druckfarben beigemischt.
- In den Waldgebieten der Philippinen rollte man das Harz in Blätter und nutzte es als Fackel und Lichtquelle.
- Das Molekül Elemicin trägt den Namen des Harzes: 1908 wurde es als hochsiedender Bestandteil des Elemiöls beschrieben.
Elemi ist ein Oleoresin: eine Lösung von festem Harz in ätherischem Öl. Frisches Harz enthält rund 20 bis 30 % Öl, das bei der Wasserdampfdestillation übergeht. Allein Limonen (C₁₀H₁₆, PubChem-CID 22311) stellt rund 56 %, dazu kommen α-Phellandren (C₁₀H₁₆, CID 7460, rund 18 %), Sabinen (rund 6 %), der Sesquiterpenalkohol Elemol (C₁₅H₂₆O, CID 92138, rund 6 %), β-Phellandren und Terpinolen (je rund 3 %) sowie Elemicin (C₁₂H₁₆O₃, CID 10248, rund 2 %), ein Allylbenzol mit drei Methoxygruppen. Die Zusammensetzung schwankt deutlich von Probe zu Probe. Der nicht flüchtige Teil des Harzes besteht zu einem großen Teil aus Amyrin (C₃₀H₅₀O), einem Triterpenalkohol, der rund ein Viertel des Harzes ausmachen kann und unter dem Mikroskop als nadelförmige Kristalle sichtbar wird. Weil das frisch destillierte Öl beim Stehen verharzt und polymerisiert, wird meist erst nahe am Verwendungsort destilliert.
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