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Feigen (Ficus carica), eine aufgeschnitten, auf hellem Leinen – Foto: Pexels 5475169, Pexels-Lizenz

ZUTATEN-LEXIKON

Feige

Ficus carica · Maulbeergewächse (Moraceae)

Grün und milchig-cremig, wie zerriebene Feigenblätter und der Saft frisch gebrochener Zweige.

AKKORDGRÜN · FRUCHTIG-MILCHIG · KOPF- UND HERZNOTE

DÜFTE ENTDECKENZUM LEXIKON

AUF EINEN BLICK

  • Akkord: Feige, nachgebaut nach Blatt, Milchsaft und Frucht des Feigenbaums Ficus carica (Maulbeergewächse)
  • Herkunft: Feigenbaum heimisch im Mittelmeerraum sowie in West- und Südasien
  • Gewinnung: Akkord aus Einzelmolekülen – Feigenblatt-Absolue ist seit 2006 als Riechstoff verboten
  • Duft: grün-blättrig und milchig-cremig mit holziger Tiefe – Kopf- und Herznote

STECKBRIEF

Herkunft
Der Feigenbaum ist heimisch im Mittelmeerraum sowie in West- und Südasien, von Anatolien bis Nordindien · Als Duftnote ein Akkord: Feigenblatt-Absolue ist seit 2006 als Riechstoff verboten
Gewinnung
Kein Naturextrakt: Der grün-milchige Feigenduft wird als Akkord aus Einzelmolekülen nachgebaut, weil Feigenblatt-Absolue wegen phototoxischer Furocumarine verboten ist
Hauptmoleküle
(Z)-3-Hexenol (C₆H₁₂O, grün-blättrig, „Blattalkohol“) · γ-Octalacton (C₈H₁₄O₂, süß-kokosartig, cremig-milchig) · 5-Methylheptan-3-on-oxim (C₈H₁₇NO, grün, an Feigenblätter erinnernd) · β-Caryophyllen (C₁₅H₂₄, holzig-würzig) · in den echten Blättern: Psoralen (C₁₁H₆O₃) und Bergapten (C₁₂H₈O₄) als Grund für das Verbot
Ernte
Als Akkord an keine Ernte gebunden und das ganze Jahr in gleichbleibender Qualität verfügbar.
Oft kombiniert mit
Sandelholz, Bergamotte, Moschus, Iris, Jasmin, Kardamom, Vetiver

Zahlen, die verblüffen

  • rund 11.400 Jahre

    alt sind verkohlte Feigen aus dem Jordantal – sie gelten als möglicher Beleg dafür, dass Menschen Feigenbäume rund 1.000 Jahre vor Weizen und Gerste pflanzten.

  • mindestens 60 Millionen Jahre

    besteht die Partnerschaft zwischen Feigenbäumen und ihren Bestäuberwespen – ihre Wurzeln reichen bis in die Kreidezeit zurück.

  • 750 bis 900

    Feigenarten gibt es weltweit – und fast jede wird von ihrer eigenen, spezialisierten Wespenart bestäubt.

Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.

Ernte und Saison

Als Akkord an keine Ernte gebunden und das ganze Jahr in gleichbleibender Qualität verfügbar.

In Südfrankreich wurde aus Feigenblättern früher in kleinem Umfang ein Absolue gewonnen: eine dunkelgrüne bis bräunlich-grüne, halbfeste Masse mit zart süß-grünem, krautig-holzigem Geruch und moosigem Unterton. Dieses Feigenblatt-Absolue steht seit 2006 als Verbot in den IFRA-Standards; die EU-Kosmetikverordnung führt es in Anhang II unter den verbotenen Stoffen, wenn es als Riechstoff dient. Grund ist die phototoxische Wirkung der Furocumarine. Parfümeure bauen den Feigenduft deshalb nach: Grüne Blattnoten wie (Z)-3-Hexenol und seine Ester liefern die saftige Frische, Lactone wie γ-Octalacton und γ-Decalacton das Cremig-Milchige, ein Oxim (5-Methylheptan-3-on-oxim) die typische Feigenblatt-Grüne und holzige Sesquiterpene wie Caryophyllen die Tiefe.

Wissen zum Mitreden

Mythos oder Wahrheit?

1 / 3

Aussage 1

Feigenduft im Parfum stammt aus echten Feigenblättern.

MYTHOS

Mythos. Feigenblatt-Absolue ist seit 2006 durch die IFRA-Standards verboten und in der EU als Riechstoff untersagt, weil Blätter und Milchsaft phototoxische Furocumarine wie Psoralen und Bergapten enthalten. Der Feigenduft ist ein Akkord aus grünen Blattnoten, cremigen Lactonen und einem grünen Oxim.

Aussage 2

In jeder Feige steckt eine tote Wespe.

MYTHOS

Mythos. Viele Kulturfeigen wie ‘Brown Turkey’ oder ‘Black Mission’ sind parthenokarp: Sie reifen ganz ohne Bestäubung, eine Wespe muss nie hinein. Nur Smyrna-Feigen brauchen die Feigenwespe, die Pollen aus wilden Caprifeigen einträgt.

Aussage 3

Die Feige wurde vielleicht noch vor Weizen und Gerste angebaut.

WAHRHEIT

Wahr. Rund 11.400 Jahre alte, samenlose Feigen aus Gilgal I im Jordantal deuten auf gepflanzte Feigenbäume etwa tausend Jahre vor dem Getreideanbau hin. Die Deutung ist allerdings umstritten: Einige Fachleute halten die Früchte für gesammelte Wildfeigen von Bäumen, die sich selbst vermehren.

ZUTATEN-LEXIKON

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Fragen und Antworten

Wie riecht es?

Grün und milchig-cremig, wie zerriebene Feigenblätter und der Saft frisch gebrochener Zweige.