
ZUTATEN-LEXIKON
Koriander
Coriandrum sativum · Doldenblütler (Apiaceae)
Würzig-warm und zugleich blumig-frisch, mit zartem Zitrus- und Holzton der Samen.
NATÜRLICHWÜRZIG · AROMATISCH · KOPF- UND HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Koriander Coriandrum sativum, ein einjähriger Doldenblütler
- Herkunft: Mittelmeerraum und Westasien, Anbau heute weltweit
- Gewinnung: reife Früchte mit Wasserdampf destilliert, Ausbeute rund 1 %
- Duft: würzig-warm, blumig-frisch, zart zitrisch – Kopf- und Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Ursprünglich Mittelmeerraum und Westasien · Anbau heute weltweit, etwa in Indien, Marokko, Kanada und Osteuropa
- Gewinnung
- Reife, getrocknete Früchte („Samen“) werden mit Wasserdampf destilliert – Ausbeute meist rund 1 %
- Hauptmoleküle
- Linalool (C₁₀H₁₈O, blumig) · γ-Terpinen (C₁₀H₁₆, zitrisch-krautig) · α-Pinen (C₁₀H₁₆) · (E)-2-Decenal (C₁₀H₁₈O, Blätter, seifig-fettig)
- Ernte
- Koriander ist einjährig: Die Früchte reifen einige Monate nach der Aussaat.
- Oft kombiniert mit
- Patschuli, Bergamotte, Amber, Vanille, Moschus, Sandelholz, Zedernholz
Zahlen, die verblüffen
rund 20 Trillionen
Linalool-Moleküle stecken in einem einzigen Gramm Koriandersamen – eine 2 mit 19 Nullen, obwohl das ätherische Öl nur rund 1 % des Gewichts ausmacht.
mindestens 50 Kilogramm
Korianderfrüchte ergeben ein einziges Kilogramm ätherisches Öl – bei der üblichen Ausbeute von rund 1 % sind es eher 100 Kilogramm.
bis zu 21 %
der Befragten lehnten Koriander in einer Studie mit fast 1.400 jungen Erwachsenen ab – je nach Herkunftsgruppe lag der Anteil zwischen 3 % und 21 %, ein Unterschied um das Siebenfache.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Koriander ist einjährig: Die Früchte reifen einige Monate nach der Aussaat. Getrocknet lassen sie sich gut lagern, sodass das destillierte Öl das ganze Jahr zur Verfügung steht.
Für die Parfümerie werden nicht die Blätter, sondern die reifen Früchte verwendet, die im Handel meist „Samen“ heißen. Nach der Ernte werden sie getrocknet. Das ätherische Öl gewinnt man durch Destillation mit Wasserdampf und trennt es danach vom Destillationswasser ab. Die Ausbeute liegt meist um 1 % – kleinfrüchtige Sorten liefern je nach Herkunft rund 0,4 bis 2 %, großfrüchtige oft weniger als ein halbes Prozent.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Korianderöl im Parfum riecht wie frische Korianderblätter.
Mythos. Das Parfümerie-Öl wird aus den reifen Früchten destilliert und besteht zu rund 60 % bis zwei Dritteln aus blumigem Linalool. Der typische Blattgeruch stammt dagegen von Aldehyden wie (E)-2-Decenal.
Aussage 2
Ob Koriander nach Seife schmeckt, ist allein eine Frage der Gene.
Mythos. Eine Genvariante nahe dem Riechrezeptor-Gen OR6A2 erhöht die Wahrscheinlichkeit, den seifigen Ton wahrzunehmen – sie erklärt aber nur einen kleinen Teil der Unterschiede. Auch Gewohnheit und Esskultur spielen mit: Wo Koriander oft auf dem Teller landet, lehnen ihn deutlich weniger Menschen ab.
Aussage 3
Koriander wurde schon in der Bronzezeit für Duftöle verwendet.
Wahr. Linear-B-Tontafeln aus dem mykenischen Palast von Pylos nennen Koriander unter den Zutaten für parfümierte Öle – mehr als 3.000 Jahre bevor sein Öl in moderne Parfums wanderte.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT KORIANDERZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Koriander
Fragen und Antworten
Würzig-warm und zugleich blumig-frisch, mit zartem Zitrus- und Holzton der Samen.
Koriander ist ein einjähriger Doldenblütler und stammt aus dem Mittelmeerraum und Westasien; weil er dort vielerorts auch verwildert wächst, lässt sich sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet nur schwer abgrenzen. Man unterscheidet großfrüchtige Formen, die vor allem in warmen Ländern wie Marokko und Indien angebaut werden, und kleinfrüchtige Formen aus gemäßigten Breiten. Für die Ölgewinnung sind die kleinfrüchtigen interessanter, denn sie enthalten deutlich mehr ätherisches Öl. Angebaut wird Koriander heute in vielen Ländern, darunter Indien, Marokko, Kanada, Rumänien und weitere Länder Osteuropas.
Für die Parfümerie werden nicht die Blätter, sondern die reifen Früchte verwendet, die im Handel meist „Samen“ heißen. Nach der Ernte werden sie getrocknet. Das ätherische Öl gewinnt man durch Destillation mit Wasserdampf und trennt es danach vom Destillationswasser ab. Die Ausbeute liegt meist um 1 % – kleinfrüchtige Sorten liefern je nach Herkunft rund 0,4 bis 2 %, großfrüchtige oft weniger als ein halbes Prozent.
Korianderöl wirkt in Kopf- und Herznote: Sein hoher Linalool-Anteil bringt eine helle, blumige Frische, Terpene wie γ-Terpinen und α-Pinen setzen einen würzig-zitrischen Akzent. Koriander verbindet so frische Auftakte mit blumigen Herzen und gibt Kompositionen eine aromatische, leicht pfeffrige Würze. In unserem Sortiment steht Koriander in 43 Düften, davon in 26 in der Kopfnote und in 17 in der Herznote.
Würzig · Aromatisch · Kopf- und Herznote
Koriander ist einjährig: Die Früchte reifen einige Monate nach der Aussaat. Getrocknet lassen sie sich gut lagern, sodass das destillierte Öl das ganze Jahr zur Verfügung steht.
In unseren Düften steht es oft neben Patschuli, Bergamotte, Amber, Vanille, Moschus, Sandelholz, Zedernholz.
Koriander gehört zu den ältesten bekannten Gewürzpflanzen. Im mykenischen Griechenland erscheint er auf Linear-B-Tontafeln aus dem Palast von Pylos unter den Zutaten für Duftöle, und auch Hippokrates erwähnt ihn um 400 v. Chr. Im Grab des Tutanchamun fand man Korianderfrüchte als Grabbeigabe. Bis heute wird Koriander zugleich als Gewürz (Früchte), als Küchenkraut (Blätter) und als Rohstoff für Parfums genutzt.
- Ob Korianderblätter nach Seife schmecken, hängt teils von einer Genvariante nahe dem Riechrezeptor-Gen OR6A2 ab, das auf Aldehyde anspricht.
- Der Name geht wohl auf griechisch kóris, „Wanze“, zurück – unreife Korianderfrüchte riechen nach Bettwanzen; erst reif duften sie würzig-blumig.
- Die Tora vergleicht das Manna, mit dem sich die Israeliten in der Wüste ernährten, mit Koriandersamen – ein Hinweis darauf, dass das Gewürz damals allgemein bekannt war.
Das Samenöl besteht zu rund 60 % bis zwei Dritteln aus blumigem Linalool (C₁₀H₁₈O, PubChem-CID 6549), in den Blättern dominieren dagegen Aldehyde wie (E)-2-Decenal (C₁₀H₁₈O, CID 5283345). Koriander bildet überwiegend das (S)-Enantiomer, das (+)-Linalool (CID 67179), früher auch Coriandrol genannt; es riecht süß-blumig, während das (R)-Linalool etwa im Lavendel holziger wirkt. Daneben enthält das Öl Terpene wie γ-Terpinen (C₁₀H₁₆, CID 7461) und α-Pinen (C₁₀H₁₆, CID 6654). Das Riechrezeptor-Gen OR6A2 codiert einen Rezeptor, der ausschließlich auf Aldehyde reagiert und (E)-2-Decenal mit hoher Affinität bindet.
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