
ZUTATEN-LEXIKON
Magnolie
Magnolia × alba · Magnolia champaca · Magnoliengewächse (Magnoliaceae)
Cremig-zarte weiße Blüte mit frischem, hell-blumigem Schimmer und sanfter Süße.
NATÜRLICHBLUMIG · WEISS · HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Weiße Champaka Magnolia × alba und Champaka Magnolia champaca, tropische Magnoliengewächse
- Herkunft: Süd- und Südostasien, Südchina; Anbau u. a. in China und Indien
- Gewinnung: Blatt- und Blütenöl durch Destillation, Champaka-Absolue durch Extraktion frischer Blüten
- Duft: cremig-weißblumig, frisch und sanft süß – Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Ursprünglich tropisches Süd- und Südostasien sowie Südchina · Anbau heute vor allem in Südchina, Südostasien und Indien
- Gewinnung
- Blätter und Blüten der Weißen Champaka werden destilliert oder extrahiert; frische Champaka-Blüten liefern per Lösungsmittelextraktion Concrète und Absolue
- Hauptmoleküle
- Linalool (C₁₀H₁₈O, frisch-blumig; Blatt- und Blütenöl der Weißen Champaka) · Methyllinoleat (C₁₉H₃₄O₂; Champaka-Absolue) · 2-Phenylethanol (C₈H₁₀O, rosig) · Methylanthranilat (C₈H₉NO₂, traubig-blumig) · Indol (C₈H₇N)
- Ernte
- In den Tropen blühen beide Bäume je nach Region über lange Zeiträume, in Indonesien sogar ganzjährig.
- Oft kombiniert mit
- Moschus, Bergamotte, Jasmin, Vanille, Sandelholz, Patschuli, Amber
Zahlen, die verblüffen
rund 95 Millionen Jahre
alt sind die ältesten Fossilien von Magnoliengewächsen – sie blühten also schon rund 29 Millionen Jahre bevor die Dinosaurier ausstarben.
270 bis 500 Kilogramm
Blätter der Weißen Champaka braucht es für ein einziges Kilogramm Blattöl – die Ausbeute liegt bei nur 0,2 bis 0,4 %.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
In den Tropen blühen beide Bäume je nach Region über lange Zeiträume, in Indonesien sogar ganzjährig. Geerntet wird abends oder in der Morgendämmerung, verarbeitet möglichst frisch.
Die Blüten beider Bäume welken rasch und werden deshalb frisch verarbeitet; die Weiße Champaka pflückt man abends oder in der Morgendämmerung. Ihre Blätter werden mit Wasserdampf destilliert und liefern nur etwa 0,2 bis 0,4 % ätherisches Öl. Auch aus den Blüten gewinnt man Öl, durch Destillation oder durch Extraktion mit Lösungsmitteln – die Ausbeute liegt jeweils bei rund 0,2 %. Champaka-Blüten werden in der Regel nicht destilliert, sondern frisch mit einem leichten Kohlenwasserstoff wie Pentan oder Hexan extrahiert. Dabei entsteht ein wachsartiges Concrète, aus dem man mit Alkohol die Wachse abtrennt; zurück bleibt das Absolue.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Der Magnolienduft im Parfum stammt von den großen Magnolien in europäischen Gärten.
Mythos. Die natürlichen Rohstoffe stammen von zwei tropischen Bäumen: Öl der Weißen Champaka (Magnolia × alba) aus China und Südostasien und Champaka-Absolue (Magnolia champaca) aus Indien.
Aussage 2
Champaka-Blüten werden wie viele andere Blüten mit Wasserdampf destilliert.
Mythos. Für das Absolue werden frische Champaka-Blüten in der Regel mit einem Lösungsmittel wie Pentan oder Hexan extrahiert. Das wachsartige Concrète wird anschließend mit Alkohol gewaschen und gekühlt, damit sich die Wachse abscheiden – zurück bleibt das Absolue.
Aussage 3
Magnolien wurden ursprünglich nicht von Bienen, sondern von Käfern bestäubt.
Wahr. Magnolien entstanden vor rund 95 Millionen Jahren, als es noch keine Bienen gab. Ihre Blüten sind auf Käfer eingestellt – mit robusten Fruchtblättern, die dem Kauen der Käfer standhalten. Auch die Champaka wird bis heute von Käfern bestäubt.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT MAGNOLIEZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Magnolie
Fragen und Antworten
Cremig-zarte weiße Blüte mit frischem, hell-blumigem Schimmer und sanfter Süße.
Die Champaka (Magnolia champaca, früher Michelia champaca) ist in den feuchten Wäldern Süd- und Südostasiens sowie Südchinas heimisch und wächst dort in rund 200 bis 1.600 Metern Höhe. In ihrer Heimat kann sie zu einem Baum von bis zu 50 Metern heranwachsen, ihre stark duftenden Blüten sind cremefarben bis gelb-orange. Die Weiße Champaka (Magnolia × alba) gilt als Kreuzung aus der Champaka und Magnolia montana; wild ist sie nicht bekannt, und ihr genauer Ursprung ist unsicher. Kultiviert wird sie in Südostasien und in den tropischen und subtropischen Teilen Ostasiens, besonders in Südchina. In Indien wird die Champaka seit Langem auf Tempelgeländen gepflanzt.
Die Blüten beider Bäume welken rasch und werden deshalb frisch verarbeitet; die Weiße Champaka pflückt man abends oder in der Morgendämmerung. Ihre Blätter werden mit Wasserdampf destilliert und liefern nur etwa 0,2 bis 0,4 % ätherisches Öl. Auch aus den Blüten gewinnt man Öl, durch Destillation oder durch Extraktion mit Lösungsmitteln – die Ausbeute liegt jeweils bei rund 0,2 %. Champaka-Blüten werden in der Regel nicht destilliert, sondern frisch mit einem leichten Kohlenwasserstoff wie Pentan oder Hexan extrahiert. Dabei entsteht ein wachsartiges Concrète, aus dem man mit Alkohol die Wachse abtrennt; zurück bleibt das Absolue.
Magnolie wirkt vor allem im Herzen eines Duftes: Der hohe Linalool-Anteil des Weißen-Champaka-Öls bringt eine helle, frische Blumigkeit, die schon im Auftakt spürbar sein kann. Champaka-Absolue legt mit 2-Phenylethanol, Methylanthranilat und Indol eine dichtere, warme weißblumige Facette darunter und verbindet sich gut mit anderen weißen Blüten. In unserem Sortiment steht Magnolie in 46 Düften, davon in 37 in der Herznote, in 9 in der Kopfnote und in einem in der Basisnote.
Blumig · Weiß · Herznote
In den Tropen blühen beide Bäume je nach Region über lange Zeiträume, in Indonesien sogar ganzjährig. Geerntet wird abends oder in der Morgendämmerung, verarbeitet möglichst frisch.
In unseren Düften steht es oft neben Moschus, Bergamotte, Jasmin, Vanille, Sandelholz, Patschuli, Amber.
Die Gattung Magnolia ist nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol benannt, der Artname champaca geht auf das Sanskritwort campaka zurück. In Indien gilt die Champaka als heilig: Sie wird selten gefällt, wächst oft auf Hindu-Tempelgeländen, und ihre Blüten werden bei hinduistischen und buddhistischen Andachten geopfert. Weiße Champaka-Blüten werden in Indonesien und Thailand zu Hochzeitsgirlanden gebunden und auch ins Brautbett gestreut. Botanisch zählten beide Bäume lange zur eigenen Gattung Michelia; heute stellen viele Botaniker sie zur Gattung Magnolia.
- Magnolien entstanden schon in der Kreidezeit, vor rund 95 Millionen Jahren, als es noch keine Bienen gab – bestäubt werden sie bis heute von Käfern.
- Magnolienblüten haben keine getrennten Kelch- und Kronblätter, sondern gleichartige Blütenhüllblätter, sogenannte Tepalen.
- Die Blüten der Weißen Champaka werden abends gepflückt, weil ihr Duft im Lauf des Tages nachlässt.
Blatt- und Blütenöl der Weißen Champaka bestehen überwiegend aus Linalool (C₁₀H₁₈O, PubChem-CID 6549): Analysen fanden im Blattöl rund 73 bis 80 %, auch im Blütenöl ist es der Hauptbestandteil. Das Champaka-Absolue ist ganz anders zusammengesetzt. Zu seinen Hauptbestandteilen zählt der Fettsäureester Methyllinoleat (C₁₉H₃₄O₂, CID 5284421), dazu kommt das rosig duftende 2-Phenylethanol (C₈H₁₀O, CID 6054), dessen Anteil je nach Analyse zwischen rund 4 und 25 % schwankt. In kleineren Mengen enthält es Methylanthranilat (C₈H₉NO₂, CID 8635) und Indol (C₈H₇N, CID 798), zwei Stoffe, die auch in anderen weißen Blüten vorkommen. Auch im Duft über frischen Champaka-Blüten wurden Methyllinoleat, Indol, Methylanthranilat, Linalool und 2-Phenylethanol nachgewiesen.
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