
ZUTATEN-LEXIKON
Mate
Ilex paraguariensis · Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
Getrocknetes Grün wie Heu und gerollte Teeblätter, mit einer rauchig-tabakigen Tiefe, leicht ledrigen Untertönen und einem leisen, honigartigen Schimmer.
NATÜRLICHAROMATISCH · TABAK UND HEU · HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Stechpalmenbaum Ilex paraguariensis, ein Verwandter der europäischen Stechpalme
- Herkunft: Südbrasilien, Paraguay und Nordost-Argentinien
- Gewinnung: Blätter erhitzt und getrocknet, dann als Absolue extrahiert
- Duft: Heu, Tee und Tabak, rauchig-grün – vor allem Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Heimisch im Einzugsgebiet des oberen Paraná: Südbrasilien, Paraguay und Nordost-Argentinien · Rohstoff für die Parfümerie vor allem aus Brasilien
- Gewinnung
- Blätter kurz über Feuer erhitzt, getrocknet und gelagert, für Parfums dann mit Lösungsmitteln zum Absolue extrahiert
- Hauptmoleküle
- Linalool (C₁₀H₁₈O) und α-Terpineol (C₁₀H₁₈O) im grünen Mate · 2,4-Heptadienal (C₇H₁₀O) als Röstnote im gerösteten Mate
- Ernte
- Mate wird vor allem im südamerikanischen Winter geerntet, etwa von April bis September.
- Oft kombiniert mit
- Amber, Bergamotte, Vanille, Moschus, Labdanum, Grapefruit, Zedernholz
Zahlen, die verblüffen
rund 889.000 Tonnen
Mate wurden 2012 weltweit geerntet – mehr als die Hälfte davon in Brasilien, der Rest vor allem in Argentinien und Paraguay.
rund 10 kg
Mate verbraucht jeder Mensch in Uruguay pro Jahr – der höchste Pro-Kopf-Wert der Welt, rechnerisch rund 27 Gramm Kraut an jedem einzelnen Tag.
nur 5 bis 15 %
der Mate-Samen keimten in Studien – ihr Embryo ist bei der Samenreife noch unentwickelt, deshalb ist die Anzucht bis heute mühsam.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Mate wird vor allem im südamerikanischen Winter geerntet, etwa von April bis September. Bevor das Kraut in den Handel kommt, lagert es meist noch viele Monate.
Nach der Ernte werden Zweige und Blätter kurz über offenes Feuer geführt. Diese kurze Hitze entzieht ihnen rasch Wasser. Danach wird das Kraut getrocknet – traditionell auch über Holzfeuer, was ihm einen rauchigen Ton gibt –, grob zerkleinert und mehrere Monate gelagert. Für gerösteten Mate wird es zusätzlich bei höherer Temperatur geröstet. Für die Parfümerie werden die getrockneten Blätter mit flüchtigen Lösungsmitteln extrahiert; aus dem so gewonnenen Concrete entsteht durch Reinigung das Mate-Absolue, das es auch in entfärbter Form gibt.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Mate enthält statt Koffein einen eigenen, sanfteren Wachmacher namens Mateín.
Mythos. „Mateín“ ist nur ein anderer Name für Koffein – exakt dasselbe Molekül wie im Kaffee, C₈H₁₀N₄O₂. Ein eigenes Mate-Koffein gibt es nicht.
Aussage 2
Mate ist botanisch eine Stechpalme.
Wahr. Der Mate-Baum Ilex paraguariensis gehört zur selben Gattung wie die europäische Stechpalme, Ilex aquifolium – beide sind Stechpalmengewächse.
Aussage 3
Mate-Samen keimen nur, wenn sie zuvor durch den Magen eines Vogels gewandert sind.
Mythos. Vögel verbreiten die Samen zwar in der Natur, und die Jesuiten sollen sie an Vögel verfüttert haben. Mate-Samen keimen aber auch ohne Vogel – nur langsam und selten, weil ihr Embryo bei der Reife noch unentwickelt ist.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT MATEZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Mate
Fragen und Antworten
Getrocknetes Grün wie Heu und gerollte Teeblätter, mit einer rauchig-tabakigen Tiefe, leicht ledrigen Untertönen und einem leisen, honigartigen Schimmer.
Mate ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Stechpalmengewächse, der wild bis zu 15 Meter hoch werden kann; auf Plantagen wird er durch Schnitt als Strauch gehalten. Seine Heimat sind die feuchten subtropischen Wälder im Einzugsgebiet des oberen Paraná – Südbrasilien, Paraguay und der Nordosten Argentiniens. Geerntet wird bis heute teils aus Wildbeständen, teils aus Plantagen; Brasilien ist der größte Erzeuger, vor Argentinien und Paraguay. Der Rohstoff für die Parfümerie stammt vor allem aus Brasilien.
Nach der Ernte werden Zweige und Blätter kurz über offenes Feuer geführt. Diese kurze Hitze entzieht ihnen rasch Wasser. Danach wird das Kraut getrocknet – traditionell auch über Holzfeuer, was ihm einen rauchigen Ton gibt –, grob zerkleinert und mehrere Monate gelagert. Für gerösteten Mate wird es zusätzlich bei höherer Temperatur geröstet. Für die Parfümerie werden die getrockneten Blätter mit flüchtigen Lösungsmitteln extrahiert; aus dem so gewonnenen Concrete entsteht durch Reinigung das Mate-Absolue, das es auch in entfärbter Form gibt.
Mate bringt einem Duft eine trockene, teeartig-grüne Wärme, die zwischen frischem Kraut und Tabakblatt liegt. Parfümeure setzen das sehr kräftige Absolue vor allem ein, um Tee- und Tabakeffekte zu erzeugen; es verbindet sich gut mit Bergamotte und Grapefruit im Auftakt und gibt Amber, Labdanum, Vanille und Moschus in der Tiefe eine herbe, heuartige Note. In unserem Sortiment steht Mate in 13 Düften, davon in 4 in der Kopfnote und in 9 in der Herznote.
Aromatisch · Tabak und Heu · Herznote, auch Kopfnote
Mate wird vor allem im südamerikanischen Winter geerntet, etwa von April bis September. Bevor das Kraut in den Handel kommt, lagert es meist noch viele Monate.
In unseren Düften steht es oft neben Amber, Bergamotte, Vanille, Moschus, Labdanum, Grapefruit, Zedernholz.
Lange vor der Ankunft der Spanier tranken die Guaraní Mate; die Pflanze hatte bei ihnen auch einen Platz in religiösen Riten. Spanische Siedler übernahmen die Gewohnheit schon im 16. Jahrhundert, und Mate wurde zu einem wichtigen Handelsgut der Region. Die Jesuiten, die in den Gebieten der Guaraní Missionsdörfer, sogenannte Reduktionen, gründeten, standen dem Getränk anfangs ablehnend gegenüber, förderten es dann aber stark: Mitte des 17. Jahrhunderts gelang ihnen, was Zeitgenossen für äußerst schwierig hielten – den Anbau des Baums in Plantagen. Ihr Verfahren hielten sie geheim. Nach der Vertreibung der Jesuiten 1767 verfielen die Plantagen, und Mate wurde wieder überwiegend in Wildbeständen gesammelt.
- Mate ist botanisch eine Stechpalme: Der südamerikanische Strauch gehört zur selben Gattung Ilex wie die Stechpalme europäischer Wälder und Gärten.
- Die Jesuiten hielten ihre Methode, Mate-Samen zum Keimen zu bringen, geheim – überliefert ist, dass sie die Samen an Vögel verfütterten oder deren Verdauung nachahmten.
- Im kolonialen Paraguay war Mate so wertvoll, dass es sogar als Zahlungsmittel diente.
In grünem Mate prägen blumig-frische Terpene wie Linalool (C₁₀H₁₈O, PubChem-CID 6549), α-Terpineol (C₁₀H₁₈O, CID 17100) und Linalooloxid den Duft. Wird das Kraut geröstet, treten Röstnoten wie 2,4-Heptadienal (C₇H₁₀O) hervor. Bekanntester Inhaltsstoff ist Koffein (C₈H₁₀N₄O₂, CID 2519), das in getrockneten Blättern etwa 1 bis 1,7 % ausmacht; daneben enthält Mate Theobromin. Dass Mate-Samen so schwer keimen, hat einen botanischen Grund: Ihr Embryo ist bei der Samenreife noch unentwickelt und muss erst nachwachsen.
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