
ZUTATEN-LEXIKON
Muskatellersalbei
Salvia sclarea · Lippenblütler (Lamiaceae)
Kräuterig-warm und leicht süß, teeartig und heuartig, mit einer an Muskatellerwein erinnernden Note und weichem, leicht ambrigem Ausklang.
NATÜRLICHAROMATISCH · KRAUTIG-AMBRIG · HERZ- UND KOPFNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Muskatellersalbei Salvia sclarea, eine meist zweijährige Salbeiart der Lippenblütler
- Herkunft: Mittelmeerraum bis Zentralasien, Anbau vor allem in Frankreich, Bulgarien, den USA und China
- Gewinnung: Wasserdampfdestillation der blühenden Spitzen; Concrète, Absolue und Sclareol über Lösungsmittel
- Duft: kräuterig-warm, teeartig, nach Muskatellerwein, leicht ambrig – Herz- und Kopfnote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Heimisch vom Mittelmeerraum bis Zentralasien und zum Westhimalaya · Angebaut vor allem in Frankreich, Bulgarien, den USA und China
- Gewinnung
- Ätherisches Öl durch Wasserdampfdestillation der blühenden Spitzen; Concrète und Absolue durch Lösungsmittelextraktion, aus der auch das Sclareol stammt
- Hauptmoleküle
- Linalylacetat (C₁₂H₂₀O₂, Leitmolekül des Öls) · Linalool (C₁₀H₁₈O) – beide zusammen meist rund 60 bis 90 % des Öls · Sclareol (C₂₀H₃₆O₂, vor allem in Concrète und Absolue, Ausgangsstoff für Ambroxid)
- Ernte
- Muskatellersalbei blüht erst in seinem zweiten Jahr; dann werden die blühenden Spitzen geerntet.
- Oft kombiniert mit
- Bergamotte, Patschuli, Zedernholz, Vetiver, Mandarine, Moschus, Zitrone
Zahlen, die verblüffen
rund 80 bis 150 Kilogramm
getrocknete Blütenstände braucht es rechnerisch für ein einziges Kilogramm Muskatellersalbeiöl – sie enthalten nur rund 0,7 bis 1,3 % Öl.
10 bis 25 Kilogramm
Sclareol stecken in einer Tonne Blütenstände – ins destillierte Öl gelangt davon nur ein winziger Bruchteil, der Rest wird mit Lösungsmitteln gewonnen.
rund 60 bis 90 %
des Öls bestehen meist aus nur zwei Molekülen: Linalylacetat und Linalool.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Muskatellersalbei blüht erst in seinem zweiten Jahr; dann werden die blühenden Spitzen geerntet. Öl, Concrète und Absolue sind gut lagerfähig und das ganze Jahr verfügbar.
Geerntet werden die blühenden Spitzen der Pflanze. Für das ätherische Öl werden sie, meist angetrocknet, mit Wasserdampf destilliert; die Blütenstände enthalten rund 0,7 bis 1,3 % Öl. Ein zweiter Weg führt über Lösungsmittel: Daraus entsteht eine wachsartige Concrète, die mit Alkohol zur Absolue gereinigt wird. Das Sclareol, der wichtigste Begleitstoff, geht bei der Destillation kaum ins Öl über. Man gewinnt es deshalb aus dem Pflanzenmaterial mit organischen Lösungsmitteln und reinigt es anschließend. Sclareol ist der gängigste Ausgangsstoff für Ambroxid, eines der Schlüsselmoleküle des Ambra-Dufts.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Das Sclareol für Ambroxid wird aus dem ätherischen Öl des Muskatellersalbeis gewonnen.
Mythos. Bei der Wasserdampfdestillation geht Sclareol kaum ins Öl über. Es wird mit organischen Lösungsmitteln aus den getrockneten Blütenständen bzw. dem Destillationsrückstand gewonnen und anschließend gereinigt.
Aussage 2
Muskatellersalbeiöl wird wie Küchensalbeiöl aus den Blättern destilliert.
Mythos. Für Muskatellersalbeiöl werden vor allem die blühenden Spitzen geerntet und mit Wasserdampf destilliert. Die Blütenstände tragen das Öl – und an ihren Kelchen sitzt auch das Sclareol.
Aussage 3
Muskatellersalbei ist mit der Muskatnuss verwandt.
Mythos. Mit der Muskatnuss hat er nichts zu tun. Der Name verweist auf den Muskatellerwein: Die Blütenstände duften ähnlich, und im 16. Jahrhundert würzte man in Deutschland Wein mit der Pflanze, um Muskateller nachzuahmen.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT MUSKATELLERSALBEIZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Muskatellersalbei
Fragen und Antworten
Kräuterig-warm und leicht süß, teeartig und heuartig, mit einer an Muskatellerwein erinnernden Note und weichem, leicht ambrigem Ausklang.
Muskatellersalbei ist eine eigene Art der Gattung Salvia und mit dem Küchensalbei nur verwandt: eine kräftige, meist zweijährige Pflanze, die erst im zweiten Jahr ihre hohen, lila bis rosa gefärbten Blütenstände treibt. Ihre Heimat reicht vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien und in den Westhimalaya. Für die Parfümerie wird sie auf Feldern angebaut, vor allem in Frankreich, Bulgarien, den USA und China. Der Artname sclarea und das englische clary werden meist auf ein lateinisches Wort für „klar“ zurückgeführt; ältere englische Kräuterbücher deuteten den Namen als „clear-eye“. Der deutsche Name verweist auf den Muskatellerwein, an den der Duft der Blütenstände erinnert.
Geerntet werden die blühenden Spitzen der Pflanze. Für das ätherische Öl werden sie, meist angetrocknet, mit Wasserdampf destilliert; die Blütenstände enthalten rund 0,7 bis 1,3 % Öl. Ein zweiter Weg führt über Lösungsmittel: Daraus entsteht eine wachsartige Concrète, die mit Alkohol zur Absolue gereinigt wird. Das Sclareol, der wichtigste Begleitstoff, geht bei der Destillation kaum ins Öl über. Man gewinnt es deshalb aus dem Pflanzenmaterial mit organischen Lösungsmitteln und reinigt es anschließend. Sclareol ist der gängigste Ausgangsstoff für Ambroxid, eines der Schlüsselmoleküle des Ambra-Dufts.
Muskatellersalbei gibt einer Komposition eine weiche, kräuterig-teeartige Note mit muskatellerartiger Süße. Meist wird er als begleitende Note eingesetzt: Er verbindet frische, aromatische Auftakte mit warmen, ambrierten und tabakartigen Akkorden in der Tiefe. In unserem Sortiment steht Muskatellersalbei in 21 Düften, davon in 9 in der Kopfnote, in 10 in der Herznote und in 2 in der Basisnote.
Aromatisch · Krautig-ambrig · Herz- und Kopfnote, selten Basisnote
Muskatellersalbei blüht erst in seinem zweiten Jahr; dann werden die blühenden Spitzen geerntet. Öl, Concrète und Absolue sind gut lagerfähig und das ganze Jahr verfügbar.
In unseren Düften steht es oft neben Bergamotte, Patschuli, Zedernholz, Vetiver, Mandarine, Moschus, Zitrone.
Muskatellersalbei ist eine alte Würz- und Gartenpflanze. Lange wurden mit ihm Wein und Bier gewürzt. Im Deutschland des 16. Jahrhunderts gab man ihn zusammen mit Holunderblüten in Rheinwein, um den Geschmack des Muskatellerweins nachzuahmen – daher stammt der deutsche Name. In englischen Kräuterbüchern des 17. und frühen 18. Jahrhunderts erscheint die Pflanze als „clear-eye“: Ihre schleimigen Samen sollten Fremdkörper aus dem Auge lösen. Später verlagerte sich die Bedeutung zur Duft- und Aromaindustrie: Muskatellersalbei wird heute vor allem für sein ätherisches Öl angebaut, und seit der Mitte des 20. Jahrhunderts dient sein Sclareol als Ausgangsstoff für ambraartige Duftmoleküle.
- Muskatellersalbeiöl ist nicht nur ein Parfumrohstoff: Es gibt bis heute Wermut, Likören und Weinen eine muskatellerartige Note.
- Ein Feld Muskatellersalbei liefert nur jedes zweite Jahr Blüten – die Pflanze blüht erst in ihrem zweiten Jahr.
- Der Artname sclarea und das englische Wort clary werden meist auf ein lateinisches Wort für „klar“ zurückgeführt.
Das ätherische Öl des Muskatellersalbeis wird von zwei Monoterpenen getragen: Linalylacetat (C₁₂H₂₀O₂, PubChem-CID 8294), dem Essigsäureester des Linalools, und Linalool (C₁₀H₁₈O, PubChem-CID 6549). Zusammen machen sie in Handelsölen und Analysen meist rund 60 bis 90 % des Öls aus; je nach Herkunft, Pflanzenlinie und Destillation schwanken die Anteile stark. Der Diterpenalkohol Sclareol (C₂₀H₃₆O₂, PubChem-CID 163263) entsteht vor allem an den Blütenkelchen, in denen auch die Drüsenhaare sitzen. Die Blütenstände enthalten rund 1 bis 2,5 % Sclareol, doch weil der Stoff bei der Wasserdampfdestillation kaum mitgeht, findet er sich vor allem in Lösungsmittelextrakten wie der Concrète. Aus Sclareol wird Ambroxid hergestellt, eines der Schlüsselmoleküle des Ambra-Geruchs.
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