
ZUTATEN-LEXIKON
Petitgrain
Citrus × aurantium (Bitterorange) · Rautengewächse (Rutaceae)
Frisch-grün und leicht bitter, mit einem Hauch Orangenblüte und holzig-krautigem Unterton.
NATÜRLICHZITRISCH-GRÜN · AROMATISCH-BLUMIG · KOPF- UND HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Blätter und Zweige der Bitterorange Citrus × aurantium, Familie der Rautengewächse
- Herkunft: vor allem Paraguay, kleinere Mengen aus dem Mittelmeerraum
- Gewinnung: Wasserdampfdestillation von Laub und jungen Zweigen
- Duft: frisch-grün, leicht bitter, mit Orangenblüten-Hauch – Kopf- und Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Wichtigste Herkunft ist heute Paraguay, vor allem die Departamentos San Pedro, Caaguazú, Canindeyú und Cordillera · Kleinere Mengen stammen aus dem Mittelmeerraum, etwa aus Frankreich
- Gewinnung
- Wasserdampfdestillation von Blättern und jungen Zweigen der Bitterorange; früher wurden auch kleine, unreife Früchte destilliert
- Hauptmoleküle
- Linalylacetat (C₁₂H₂₀O₂, frisch-fruchtig, an Bergamotte erinnernd, meist Hauptbestandteil) · Linalool (C₁₀H₁₈O, blumig-frisch) · α-Terpineol (C₁₀H₁₈O, mild, fliederartig)
- Ernte
- In Paraguay wächst das Laub im tropischen Klima fast ganzjährig nach; die Haupternte liegt meist zwischen Oktober und März, geschnitten wird rund zweimal im Jahr.
- Oft kombiniert mit
- Bergamotte, Moschus, Amber, Jasmin, Patschuli, Neroli, Zitrone
Zahlen, die verblüffen
rund 45 %
eines typischen Petitgrain-Öls besteht aus einem einzigen Molekül: Linalylacetat, dem Ester, der dem Öl seine fruchtig-frische Note gibt.
über 90 %
Limonen kann das Öl aus der Schale derselben Bitterorange enthalten – im Petitgrain aus ihren Blättern führen dagegen Linalylacetat und Linalool.
rund 150 Jahre
wird in Paraguay Öl aus der Bitterorange destilliert – seit ein französischer Botaniker in den 1870er-Jahren die ersten Destillen aufbaute.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
In Paraguay wächst das Laub im tropischen Klima fast ganzjährig nach; die Haupternte liegt meist zwischen Oktober und März, geschnitten wird rund zweimal im Jahr. Das destillierte Öl ist das ganze Jahr verfügbar.
Gewonnen wird Petitgrain durch Wasserdampfdestillation von Blättern und jungen Zweigen. In Paraguay werden die Bäume dafür niedrig gehalten und regelmäßig zurückgeschnitten, damit sie möglichst viel frisches Laub bilden. Weil das tropische Klima fast ganzjährig Laub nachwachsen lässt, wird über weite Teile des Jahres gearbeitet. Das fertige Öl ist eine gelbliche bis bräunlich-gelbe, klare Flüssigkeit. Früher destillierte man auch die kleinen, unreifen Früchte der Bitterorange – auf sie geht der Name zurück.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Petitgrain, Neroli und Bitterorangenöl riechen gleich – sie stammen ja vom selben Baum.
Mythos. Jedes Organ liefert ein eigenes Öl: Im Petitgrain aus den Blättern führt meist Linalylacetat, im Neroli aus der Blüte Linalool, und das Schalenöl besteht überwiegend aus Limonen, oft zu über 90 %.
Aussage 2
Petitgrain-Öl ist immer gleich zusammengesetzt.
Mythos. Die Zusammensetzung hängt von Erntezeit, Herkunft und Baum ab. In Brasilien unterschieden sich Blattöle zwischen Trocken- und Regenzeit, eine Herkunft wurde sogar von α-Pinen dominiert.
Aussage 3
Linalylacetat und Linalool sind eng miteinander verwandt.
Wahr. Linalylacetat (C₁₂H₂₀O₂) ist der Essigsäureester des Linalools (C₁₀H₁₈O) – beide teilen dasselbe Kohlenstoffgerüst. Der Ester riecht fruchtiger und an Bergamotte erinnernd, der Alkohol blumig-frisch; zusammen prägen sie den Charakter des Petitgrains.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT PETITGRAINZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Petitgrain
Fragen und Antworten
Frisch-grün und leicht bitter, mit einem Hauch Orangenblüte und holzig-krautigem Unterton.
Petitgrain im engeren Sinn – „Petitgrain bigarade“ – stammt von der Bitterorange (Citrus × aurantium), auch Pomeranze oder Bigarade genannt, aus der Familie der Rautengewächse. Wichtigstes Erzeugerland ist heute Paraguay: Dort wird das Öl vor allem von Kleinbauern in den Departamentos San Pedro, Caaguazú, Canindeyú und Cordillera gewonnen, kleinere Mengen kommen aus dem Mittelmeerraum, etwa aus Frankreich. Der Name ist aber nicht an die Bitterorange gebunden: Auch aus den Blättern von Mandarine oder Zitrone werden Öle destilliert, die als Petitgrain gehandelt werden – etwa „Petitgrain mandarinier“ oder „Petitgrain citronnier“. Sie riechen jeweils deutlich anders.
Gewonnen wird Petitgrain durch Wasserdampfdestillation von Blättern und jungen Zweigen. In Paraguay werden die Bäume dafür niedrig gehalten und regelmäßig zurückgeschnitten, damit sie möglichst viel frisches Laub bilden. Weil das tropische Klima fast ganzjährig Laub nachwachsen lässt, wird über weite Teile des Jahres gearbeitet. Das fertige Öl ist eine gelbliche bis bräunlich-gelbe, klare Flüssigkeit. Früher destillierte man auch die kleinen, unreifen Früchte der Bitterorange – auf sie geht der Name zurück.
Petitgrain bringt eine grüne, leicht bittere Frische mit einem blumigen Orangenblüten-Schimmer in eine Komposition. Es wirkt im Auftakt und im Herzen eines Duftes und schlägt eine Brücke zwischen Zitrusnoten und weißen Blüten – deshalb ist es ein klassischer Baustein von Eau de Colognes und frischen Zitrusdüften. Durch den hohen Anteil an Linalylacetat und Linalool verbindet es sich gut mit Bergamotte, Neroli und Lavendel; seine holzig-krautige Seite gibt hellen Kompositionen etwas mehr Kontur. In unserem Sortiment steht Petitgrain in 25 Düften, davon in 18 in der Kopfnote und in 7 in der Herznote.
Zitrisch-grün · Aromatisch-blumig · Kopf- und Herznote
In Paraguay wächst das Laub im tropischen Klima fast ganzjährig nach; die Haupternte liegt meist zwischen Oktober und März, geschnitten wird rund zweimal im Jahr. Das destillierte Öl ist das ganze Jahr verfügbar.
In unseren Düften steht es oft neben Bergamotte, Moschus, Amber, Jasmin, Patschuli, Neroli, Zitrone.
Der Name „Petitgrain“ ist französisch und bedeutet „kleines Korn“: Ursprünglich wurde das Öl aus den kleinen, grünen, unreifen Früchten der Bitterorange destilliert. Heute stellt man es aus Blättern und jungen Trieben her – der Name blieb. Nach Paraguay kam die Destillation im späten 19. Jahrhundert: Als Pionier gilt der französische Botaniker Benjamin Balansa, der ab 1873 im Land forschte und dort eine Destillerie für Orangenessenz aufbaute. Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine bäuerliche Ölwirtschaft, die Paraguay bis heute zum wichtigsten Petitgrain-Lieferanten der Welt macht.
- „Petitgrain“ heißt „kleines Korn“: Der Name bezeichnete ursprünglich die kleinen, grünen, unreifen Früchte – heute destilliert man Blätter und Zweige.
- Petitgrain aus Mandarinenblättern wird von einem stickstoffhaltigen Duftstoff dominiert, dem N-Methylanthranilsäuremethylester – für seine Bestimmung gibt es sogar eine eigene französische Norm.
- In Paraguay werden die Bitterorangen nicht als hohe Bäume, sondern in niedrigen, regelmäßig zurückgeschnittenen Reihen gezogen – geerntet wird das Laub, rund zweimal im Jahr.
Das Öl aus Bitterorangenblättern wird von zwei eng verwandten Molekülen getragen: Linalylacetat (C₁₂H₂₀O₂, PubChem-CID 8294) und Linalool (C₁₀H₁₈O, CID 6549). Linalylacetat ist der Essigsäureester des Linalools und riecht fruchtig-frisch, an Bergamotte erinnernd; Linalool ist blumig-frisch. In Handelsölen machen sie rund 45–48 % bzw. 20–27 % aus, in Laboranalysen von Blattölen etwa 37–39 % bzw. 26–39 %. Dazu kommt α-Terpineol (C₁₀H₁₈O, CID 17100) mit rund 6 bis 12 %, ein mild-fliederartiger Terpenalkohol. Wie stark sich die Organe desselben Baumes unterscheiden, zeigt die Schale: Ihr Öl besteht überwiegend aus Limonen, oft zu über 90 %. Petitgrain aus Mandarinenblättern wird dagegen von N-Methylanthranilsäuremethylester geprägt.
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