
ZUTATEN-LEXIKON
Rosenholz
Aniba rosaeodora · Lorbeergewächse (Lauraceae)
Weich, holzig und blumig-frisch, mit süßlich-rosiger, leicht zitrischer Note.
NATÜRLICHHOLZIG · BLUMIG · KOPF- UND BASISNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Rosenholzbaum Aniba rosaeodora, ein Lorbeergewächs – weder mit der Rose noch mit dem Palisander verwandt
- Herkunft: Amazonasgebiet; das Öl kommt heute fast nur aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas
- Gewinnung: Wasserdampfdestillation von Holzspänen, zunehmend von Blättern und Zweigen aus Plantagen
- Duft: weich, süß, blumig-frisch und holzig mit rosiger Note – in Kopf- und Basisnote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Amazonasregion: Brasilien (Amazonas, Pará, Amapá), Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru · Öl heute fast nur aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas
- Gewinnung
- Wasserdampfdestillation von Holzspänen aus dem Stamm, zunehmend auch von Blättern und Zweigen aus Plantagen
- Hauptmoleküle
- Linalool (C₁₀H₁₈O), meist rund 80–90 % des Öls
- Ernte
- Rosenholz hat keine Erntesaison im Sinne einer Blüte: Destilliert werden Holz, Blätter und Zweige, und das Öl ist als lagerfähiger Rohstoff das ganze Jahr verfügbar.
- Oft kombiniert mit
- Moschus, Vanille, Amber, Sandelholz, Maiglöckchen, Zimt, bulgarische Rose
Zahlen, die verblüffen
rund 1 Tonne
Holz liefert nur etwa 10 Kilogramm Rosenholzöl – für ein einziges Fass von 180 Kilogramm fallen 18 bis 20 Tonnen Stammholz.
rund 90 Prozent
weniger Rosenholzöl als zu Spitzenzeiten: In den 1960er-Jahren waren es rund 500 Tonnen im Jahr, seit 2000 meist unter 50 Tonnen.
eine halbe Million Bäume
und mehr wurden für Rosenholzöl schon gefällt, Schätzungen reichen bis über 800.000 – mehr, als Vorarlberg Einwohner hat (rund 410.000).
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Rosenholz hat keine Erntesaison im Sinne einer Blüte: Destilliert werden Holz, Blätter und Zweige, und das Öl ist als lagerfähiger Rohstoff das ganze Jahr verfügbar. Wie viel auf den Markt kommt, bestimmen heute vor allem Ausfuhrgenehmigungen und die Erträge der Plantagen. Dort können junge Bäume schon nach wenigen Jahren erstmals für Blätter und Zweige beschnitten werden.
Traditionell wird der ganze Baum gefällt. Der Stamm wird zu Spänen zerkleinert, die anschließend mit Wasserdampf destilliert werden, oft in einfachen Anlagen nahe dem Einschlagsort. Die Ausbeute liegt bei rund einem Prozent des Holzgewichts: Aus einer Tonne Holz entstehen etwa zehn Kilogramm Öl. Weil die wilden Bestände dadurch stark geschrumpft sind, setzt man heute zunehmend auf Plantagen und auf Blätter und Zweige. Sie treiben nach einem Rückschnitt wieder aus, ohne dass der Baum gefällt werden muss. Seit 2010 dürfen Holz und ätherisches Öl nur mit CITES-Genehmigung ausgeführt werden. In Brasilien müssen Produzenten außerdem für jedes exportierte Fass Öl Setzlinge nachpflanzen.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Rosenholz riecht nach Rose, weil der Baum mit der Rose verwandt ist.
Mythos. Der Rosenholzbaum Aniba rosaeodora ist ein Lorbeergewächs und mit der Rose nicht verwandt. Seinen Namen verdankt er dem blumigen, an Rosen erinnernden Duft seines Holzes. Getragen wird dieser Duft vor allem von Linalool – einem Molekül, das auch in Basilikum und vielen anderen Pflanzen vorkommt.
Aussage 2
Rosenholzöl stammt aus dem Rosenholz, aus dem Möbel und Gitarren gebaut werden.
Mythos. Das Rosenholz der Möbel- und Instrumentenbauer, auch Palisander genannt, stammt von Bäumen der Gattung Dalbergia – und die liefern kein Parfümöl. Das Rosenholzöl der Parfümerie kommt von Aniba rosaeodora, einem Lorbeergewächs aus dem Amazonasgebiet. Gemeinsam ist beiden nur der Name.
Aussage 3
Echtes Rosenholzöl darf heute gar nicht mehr gehandelt werden.
Mythos. Seit 2010 steht der Baum in Anhang II des Artenschutzübereinkommens CITES. Das bedeutet kein Verbot, sondern strenge Kontrolle: Holz und ätherisches Öl dürfen nur mit Ausfuhrgenehmigung und aus geregelter Bewirtschaftung gehandelt werden. Brasilien führt weiterhin kleine Mengen aus, zunehmend auch Öl aus Blättern und Zweigen von Plantagenbäumen.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT ROSENHOLZZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Rosenholz
Fragen und Antworten
Weich, holzig und blumig-frisch, mit süßlich-rosiger, leicht zitrischer Note.
Rosenholz stammt von Aniba rosaeodora, einem Baum aus der Familie der Lorbeergewächse, der im tropischen Regenwald des Amazonasgebiets wächst. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Französisch-Guayana, Suriname und Guyana über Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru bis in die brasilianischen Bundesstaaten Amapá, Pará und Amazonas. Er steht auf festem, nicht überflutetem Boden, der Terra firme, und wird bis zu 30 Meter hoch bei bis zu zwei Metern Stammdurchmesser. Ausgewachsene Bäume sind selten und stehen weit verstreut. In Brasilien heißt der Baum Pau-rosa, in der französischen Parfümerie Bois de rose. Mit dem Palisander, dem Rosenholz der Möbel- und Instrumentenbauer aus der Gattung Dalbergia, ist er nicht verwandt. Das Öl kommt heute fast nur noch aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas.
Traditionell wird der ganze Baum gefällt. Der Stamm wird zu Spänen zerkleinert, die anschließend mit Wasserdampf destilliert werden, oft in einfachen Anlagen nahe dem Einschlagsort. Die Ausbeute liegt bei rund einem Prozent des Holzgewichts: Aus einer Tonne Holz entstehen etwa zehn Kilogramm Öl. Weil die wilden Bestände dadurch stark geschrumpft sind, setzt man heute zunehmend auf Plantagen und auf Blätter und Zweige. Sie treiben nach einem Rückschnitt wieder aus, ohne dass der Baum gefällt werden muss. Seit 2010 dürfen Holz und ätherisches Öl nur mit CITES-Genehmigung ausgeführt werden. In Brasilien müssen Produzenten außerdem für jedes exportierte Fass Öl Setzlinge nachpflanzen.
Rosenholz bringt eine weiche, frische Blumigkeit mit holzigem Unterton in einen Duft. Der erste Eindruck ist süß und hell, mit einer rosigen und leicht zitrischen Facette; darunter liegt eine sanfte, holzige Wärme. Das Öl wirkt weniger als laute Hauptnote denn als runder, verbindender Baustein. Weil echtes Rosenholzöl knapp und streng reguliert ist, wird die Note heute oft mit Linalool aus anderen Quellen oder mit Ho-Holzöl nachgebildet. Gut verbindet sich Rosenholz mit Moschus, Vanille und Amber sowie mit Sandelholz und Maiglöckchen. In unserem Sortiment steht Rosenholz in 9 Düften, etwa je zur Hälfte in der Kopf- und in der Basisnote.
Holzig · Blumig · Kopf- und Basisnote
Rosenholz hat keine Erntesaison im Sinne einer Blüte: Destilliert werden Holz, Blätter und Zweige, und das Öl ist als lagerfähiger Rohstoff das ganze Jahr verfügbar. Wie viel auf den Markt kommt, bestimmen heute vor allem Ausfuhrgenehmigungen und die Erträge der Plantagen. Dort können junge Bäume schon nach wenigen Jahren erstmals für Blätter und Zweige beschnitten werden.
In unseren Düften steht es oft neben Moschus, Vanille, Amber, Sandelholz, Maiglöckchen, Zimt, bulgarische Rose.
Die Geschichte des Rosenholzöls beginnt im späten 19. Jahrhundert in Französisch-Guayana, von wo die ersten Stämme nach Frankreich gingen. Als die Bestände in Guayana erschöpft waren, verlagerte sich die Gewinnung in den 1920er-Jahren nach Brasilien, zunächst nach Pará und Amapá, später immer tiefer in den Bundesstaat Amazonas. Mit der Nachfrage der Parfümerie wuchs die Produktion und erreichte in den 1960er-Jahren rund 500 Tonnen Öl im Jahr. Danach ging es bergab: Die gut erreichbaren Bäume waren gefällt, und synthetisches Linalool sowie Öl aus dem Ho-Holz, einer linaloolreichen Form des Kampferbaums, machten dem Naturstoff Konkurrenz. 1992 setzte Brasilien den Baum auf seine Liste bedrohter Arten. 2010 wurde er auf Antrag Brasiliens in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgenommen.
- Auch Blätter und Zweige des Rosenholzbaums liefern reichlich ätherisches Öl – trotzdem wurde jahrzehntelang der ganze Baum gefällt.
- Die ersten Rosenholzstämme kamen 1883 aus Französisch-Guayana nach Frankreich und wurden in Paris destilliert.
- Wer in Brasilien ein Fass Rosenholzöl von rund 180 Kilogramm ausführt, muss dafür 80 Setzlinge pflanzen.
Rosenholzöl ist für ein Naturprodukt ungewöhnlich einheitlich: Rund 80 bis 90 Prozent bestehen aus einem einzigen Molekül, Linalool (3,7-Dimethylocta-1,6-dien-3-ol, C₁₀H₁₈O, PubChem-CID 6549). Der Terpenalkohol riecht blumig und frisch und kommt auch in Basilikum und vielen anderen Pflanzen vor. Den Rest des Öls bilden zahlreiche Nebenbestandteile in kleinen Mengen. Öl aus Blättern und Zweigen enthält ähnlich viel Linalool wie das Holzöl, was den Weg zu einer Gewinnung ohne Fällen öffnet. Weil Linalool längst auch synthetisch hergestellt wird, ist es neben dem Öl des Ho-Holzes, einer linaloolreichen Form des Kampferbaums Cinnamomum camphora, der wichtigste Ersatz für echtes Rosenholzöl.
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