
ZUTATEN-LEXIKON
Schwarze Johannisbeere
Ribes nigrum · Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Grün, herb und fruchtig, mit schwefliger, fast animalischer Note und würzigem Blattcharakter.
NATÜRLICHFRUCHTIG · GRÜN · KOPF- UND HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Beerenstrauch Ribes nigrum aus der Familie der Stachelbeergewächse
- Herkunft: Mittel- und Nordeuropa, Nordasien; Knospen vor allem aus Burgund
- Gewinnung: Winterknospen, zur Concrète extrahiert und zum Absolue gereinigt
- Duft: grün, fruchtig, schweflig-katzenartig – Kopf- und Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Heimisch in Mittel- und Nordeuropa sowie Nordasien · Knospen für die Parfümerie vor allem aus Burgund (Frankreich)
- Gewinnung
- Ruhende Knospen werden im Winter geerntet, mit Lösungsmitteln zur Concrète extrahiert und mit Alkohol zum Absolue gereinigt
- Hauptmoleküle
- 4-Methoxy-2-methyl-2-butanthiol (C₆H₁₄OS)
- Ernte
- Die Knospen für die Parfümerie werden im Winter geerntet, etwa von Dezember bis Februar, solange der Strauch ruht.
- Oft kombiniert mit
- Vanille, Moschus, Jasmin, Zedernholz, Patschuli, Bergamotte, Sandelholz
Zahlen, die verblüffen
rund 3-mal
so viel Vitamin C wie Orangen stecken in Schwarzen Johannisbeeren – rund 180 mg in 100 g Beeren.
rund 50 Jahre
lang war der Anbau Schwarzer Johannisbeeren in den USA bundesweit verboten – wegen eines Kiefernpilzes, nicht wegen der Beere selbst.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Die Knospen für die Parfümerie werden im Winter geerntet, etwa von Dezember bis Februar, solange der Strauch ruht. Die Beeren selbst reifen dagegen erst im Sommer.
Für Parfums werden nicht die Beeren, sondern die Knospen des Strauchs verwendet. Geerntet werden sie im Winter, solange der Strauch ruht – je nach Quelle etwa von Dezember bis Februar. Anschließend werden die Knospen mit einem flüchtigen Lösungsmittel zur Concrète extrahiert, aus der Alkohol das Absolue herauslöst. Daneben lässt sich aus den Knospen auch ein ätherisches Öl destillieren.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Der Cassis-Duft im Parfum stammt aus den Beeren.
Mythos. Die Parfümerie verarbeitet vor allem die im Winter geernteten Knospen zum Absolue „Bourgeon de Cassis“. Sie liefern die typische Mischung aus grünen, schwefligen und fruchtigen Noten.
Aussage 2
Schwarze Johannisbeeren waren in den USA verboten.
Wahr. Weil der Strauch Zwischenwirt des Weymouthskiefern-Blasenrosts ist, war sein Anbau rund ein halbes Jahrhundert bundesweit untersagt. Erst in den 1960er-Jahren ging die Regelung an die Bundesstaaten über.
Aussage 3
Cassis riecht im Parfum einfach süß und fruchtig.
Mythos. Das Knospen-Absolue ist deutlich grün und schweflig, mit einer fast „katzenartigen“ Facette. Verantwortlich dafür ist vor allem ein schwefelhaltiges Thiol.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT SCHWARZE JOHANNISBEEREZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Schwarze Johannisbeere
Fragen und Antworten
Grün, herb und fruchtig, mit schwefliger, fast animalischer Note und würzigem Blattcharakter.
Die Schwarze Johannisbeere ist ein Strauch aus der Familie der Stachelbeergewächse und in den gemäßigten Zonen Mittel- und Nordeuropas sowie Nordasiens heimisch. Sie gehört zur Gattung Ribes, zu der auch Rote Johannisbeere und Stachelbeere zählen. Die Knospen für die Parfümerie stammen vor allem aus Burgund in Frankreich, wo Cassis traditionell angebaut wird; weitere Anbaugebiete liegen etwa in Polen.
Für Parfums werden nicht die Beeren, sondern die Knospen des Strauchs verwendet. Geerntet werden sie im Winter, solange der Strauch ruht – je nach Quelle etwa von Dezember bis Februar. Anschließend werden die Knospen mit einem flüchtigen Lösungsmittel zur Concrète extrahiert, aus der Alkohol das Absolue herauslöst. Daneben lässt sich aus den Knospen auch ein ätherisches Öl destillieren.
Das Cassis-Knospen-Absolue verbindet schweflig-grüne Noten mit saftiger Fruchtigkeit und ist schon in kleiner Dosierung deutlich wahrnehmbar. Es belebt rote Fruchtakkorde und gibt Rosen- und anderen Blütenkompositionen Frische. In unserem Sortiment steht die Schwarze Johannisbeere in 35 von 67 Düften in der Kopf- und in 32 in der Herznote.
Fruchtig · Grün · Kopf- und Herznote
Die Knospen für die Parfümerie werden im Winter geerntet, etwa von Dezember bis Februar, solange der Strauch ruht. Die Beeren selbst reifen dagegen erst im Sommer.
In unseren Düften steht es oft neben Vanille, Moschus, Jasmin, Zedernholz, Patschuli, Bergamotte, Sandelholz.
Lange bevor die Parfümerie die Knospen entdeckte, legte man in Frankreich die Beeren in Alkohol ein – als Ratafia, einen ländlichen Fruchtlikör. Daraus entstand 1841 in Dijon die erste Crème de Cassis, die Burgund als Cassis-Region bekannt machte; die Sorte „Noir de Bourgogne“ ist dort bis heute besonders geschätzt. Im 20. Jahrhundert wurde der Anbau wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts der Beeren stark ausgeweitet. In den USA dagegen war der Strauch jahrzehntelang verboten, weil er als Zwischenwirt des Weymouthskiefern-Blasenrosts gilt.
- In den USA war der Anbau rund ein halbes Jahrhundert lang bundesweit verboten, weil der Strauch Zwischenwirt eines Kiefernpilzes ist – erst in den 1960er-Jahren fiel das Verbot, einzelne Bundesstaaten schränken ihn bis heute ein.
- Für die Parfümerie werden nicht die Beeren geerntet, sondern die Knospen – mitten im Winter, solange der Strauch ruht.
- Dasselbe Schwefelmolekül, das den typischen Cassis-Charakter prägt, wurde auch in grünem Tee nachgewiesen.
Den unverwechselbaren Cassis-Charakter prägt das Thiol 4-Methoxy-2-methyl-2-butanthiol (C₆H₁₄OS, PubChem-CID 526195, Molmasse rund 134 g/mol), das in Knospen und Beeren vorkommt. In der Fachliteratur wird sein Geruch als schweflig und „katzenartig“ beschrieben; wahrnehmbar ist es schon unterhalb von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Den Großteil des ätherischen Knospenöls stellen dagegen Terpen-Kohlenwasserstoffe, vor allem Monoterpene. Erst das Zusammenspiel von harzig-grünen Terpenen und schwefliger Fruchtnote ergibt das typische Cassis-Profil.
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