
ZUTATEN-LEXIKON
Tabak
Nicotiana tabacum · Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Warm, honigsüß und heuartig, mit getrockneten Früchten und einer ledrigen Tiefe; rauchige Anklänge bleiben ein feiner Unterton.
NATÜRLICH · AUCH ALS AKKORDAMBRIERT (ORIENTALISCH) · LEDRIG · BASISNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Kulturtabak Nicotiana tabacum, ein Nachtschattengewächs
- Herkunft: Südamerika (Anden), heute weltweit angebaut
- Gewinnung: Blätter getrocknet, teils fermentiert, dann als Absolue extrahiert
- Duft: honigsüß, heuartig, ledrig – Basisnote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Ursprünglich Südamerika (Andenraum) · heute in vielen Ländern der Welt angebaut
- Gewinnung
- Blätter werden getrocknet (Curing), teils fermentiert und dann mit Lösungsmitteln zum Absolue extrahiert
- Hauptmoleküle
- Megastigmatrienone (C₁₃H₁₈O) · β-Damascenon (C₁₃H₁₈O) · Solanon (C₁₃H₂₂O)
- Ernte
- Nach der Ernte werden die Blätter je nach Verfahren rund eine Woche bis zwei Monate getrocknet.
- Oft kombiniert mit
- Vanille, Patschuli, Moschus, Sandelholz, Zedernholz, Bergamotte, Tonkabohne
Zahlen, die verblüffen
rund 12.300 Jahre
alt sind vier verkohlte Tabaksamen aus einer Feuerstelle in Utah – der älteste bekannte Beleg dafür, dass Menschen Tabak nutzten.
mehr als 11.000 Jahre
bevor Europäer 1492 mit Kolumbus erstmals Tabak kennenlernten, nutzten Menschen in Amerika die Pflanze bereits.
mehr als 10.000
Tabaksamen wiegen zusammen gerade einmal ein Gramm.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Nach der Ernte werden die Blätter je nach Verfahren rund eine Woche bis zwei Monate getrocknet. Erst in dieser Zeit und bei der späteren Reifung entwickelt sich das typische Tabakaroma.
Frisch geerntete Blätter werden zunächst getrocknet – in der Fachsprache „Curing“. Je nach Verfahren hängen sie in belüfteten Scheunen (ein bis zwei Monate), werden über Rohre indirekt beheizt (rund eine Woche), über schwelendem Holzfeuer getrocknet oder in der Sonne ausgelegt; manche Tabake werden danach zusätzlich fermentiert. Für die Parfümerie werden die getrockneten Blätter mit Lösungsmitteln wie Hexan extrahiert, und aus dem wachsartigen Konkret wird mit Alkohol das dunkelbraune, zähflüssige Absolue gewonnen. Daneben gibt es Extrakte mit überkritischem CO₂, die frischer und grüner wirken.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Ein Tabakduft im Parfum riecht nach Zigarettenrauch.
Mythos. Tabak-Absolue wird aus getrockneten Blättern gewonnen und duftet nach Heu, Honig, Trockenfrüchten und Leder. Rauchige Facetten sind höchstens ein feiner Unterton.
Aussage 2
Tabak-Absolue enthält so viel Nikotin wie Tabakblätter.
Mythos. Technische Datenblätter für Tabak-Absolue nennen nur Spuren von Nikotin, unter 0,04 %. Zusätzlich werden nikotinreduzierte Qualitäten angeboten.
Aussage 3
Tabak ist mit Tomate und Kartoffel verwandt.
Wahr. Tabak gehört wie Tomate, Kartoffel und Aubergine zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae).
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT TABAKZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Tabak
Fragen und Antworten
Warm, honigsüß und heuartig, mit getrockneten Früchten und einer ledrigen Tiefe; rauchige Anklänge bleiben ein feiner Unterton.
Die Gattung Nicotiana ist vor allem im westlichen Südamerika zu Hause, als Ursprungsgebiet des Kulturtabaks gelten die Anden. Nicotiana tabacum ist selbst eine Hybridart: Sie ging aus der Kreuzung der Vorfahren zweier Wildarten hervor, Nicotiana sylvestris und Nicotiana tomentosiformis. Heute wird die Pflanze mit ihren großen, breiten Blättern in vielen Ländern der Welt angebaut. Zur selben Familie, den Nachtschattengewächsen, gehören auch Kartoffel, Tomate und Aubergine.
Frisch geerntete Blätter werden zunächst getrocknet – in der Fachsprache „Curing“. Je nach Verfahren hängen sie in belüfteten Scheunen (ein bis zwei Monate), werden über Rohre indirekt beheizt (rund eine Woche), über schwelendem Holzfeuer getrocknet oder in der Sonne ausgelegt; manche Tabake werden danach zusätzlich fermentiert. Für die Parfümerie werden die getrockneten Blätter mit Lösungsmitteln wie Hexan extrahiert, und aus dem wachsartigen Konkret wird mit Alkohol das dunkelbraune, zähflüssige Absolue gewonnen. Daneben gibt es Extrakte mit überkritischem CO₂, die frischer und grüner wirken.
Tabak wirkt in der Basis eines Duftes, wo er lange haftet und leichteren Noten Halt gibt. In Spuren verstärkt das Absolue Süße und Heu-Facetten, in höherer Dosierung trägt es ledrige, ambrierte und trockene Kompositionen. In unserem Sortiment steht er in 37 von 65 Düften in der Basisnote.
Ambriert (orientalisch) · Ledrig · Basisnote
Nach der Ernte werden die Blätter je nach Verfahren rund eine Woche bis zwei Monate getrocknet. Erst in dieser Zeit und bei der späteren Reifung entwickelt sich das typische Tabakaroma.
In unseren Düften steht es oft neben Vanille, Patschuli, Moschus, Sandelholz, Zedernholz, Bergamotte, Tonkabohne.
Archäologische Funde belegen, dass Menschen in Amerika Tabak seit mehr als 12.000 Jahren nutzen. Europäer lernten die Pflanze auf der ersten Reise von Christoph Kolumbus 1492 kennen; im November desselben Jahres hielt er erstmals schriftlich fest, wie Einheimische gerollte, glimmende Blätter rauchten. Der französische Gesandte in Lissabon, Jean Nicot, schickte 1560 Tabak an den Pariser Hof. Nach ihm sind die Gattung Nicotiana und das Wort Nikotin benannt.
- Tabak ist ein Nachtschattengewächs und damit botanisch ein Verwandter von Kartoffel, Tomate und Aubergine.
- Kulturtabak ist ein Mischling: Nicotiana tabacum entstand aus der Kreuzung der Vorfahren zweier wilder Tabakarten.
- Der Gattungsname Nicotiana ehrt Jean Nicot, Frankreichs Gesandten in Lissabon, der 1560 Tabak an den Pariser Hof schickte.
Ein Großteil des Tabakaromas entsteht erst nach der Ernte, wenn pflanzeneigene Vorstufen beim Trocknen und Reifen zerfallen. Aus Carotinoiden bilden sich dabei C₁₃-Duftstoffe wie die Megastigmatrienone (C₁₃H₁₈O, PubChem-CID 6437599 für ein Isomer), die typisch tabakartig riechen, und β-Damascenon (C₁₃H₁₈O, CID 5366074) mit Noten von Rose, Apfel und Honig. Ein zweiter Weg führt über Cembranoide, ringförmige Diterpene des Tabakblatts: Aus ihnen entsteht unter anderem Solanon (C₁₃H₂₂O, CID 6451337).
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