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Zwei violette Veilchenblüten (Viola odorata) auf hellem Leinen

ZUTATEN-LEXIKON

Veilchen

Viola odorata · Veilchengewächse (Violaceae)

Pudrig, süß und zart blumig, mit kühlem, leicht holzigem Unterton.

AKKORDBLUMIG · PUDRIG · GRÜN (VEILCHENBLATT)

DÜFTE ENTDECKENZUM LEXIKON

AUF EINEN BLICK

  • Pflanze: Duftveilchen Viola odorata (Veilchengewächse) – im Parfum ein Akkord
  • Herkunft: Europa und Westasien; Veilchenblatt vor allem aus Ägypten und von der Côte d’Azur
  • Gewinnung: Blütenduft aus synthetischen Iononen, Blatt als Absolue extrahiert
  • Duft: pudrig, süß, zart blumig – das Blatt grün und gurkig

STECKBRIEF

Herkunft
Bezugspflanze heimisch in Europa und Westasien · Veilchenblatt-Absolue vor allem aus Ägypten, kleinere Mengen aus Tourrettes-sur-Loup bei Grasse
Gewinnung
Blütenduft wird mit synthetischen Iononen nachgebaut; natürlich ist meist nur das Veilchenblatt, dessen frische Blätter mit Lösungsmitteln zum Absolue extrahiert werden
Hauptmoleküle
β-Ionon (C₁₃H₂₀O)
Ernte
Das Duftveilchen blüht an der Côte d’Azur von Oktober bis März, die Blätter für die Parfümerie werden im Sommer, von Mai bis Juli, geschnitten.
Oft kombiniert mit
Vanille, Moschus, Bergamotte, Jasmin, Zedernholz, Sandelholz, Patschuli

Zahlen, die verblüffen

  • rund 30-mal

    weniger β-Ionon als α-Ionon genügt, damit die Nase es wahrnimmt – die beiden Veilchenmoleküle haben dieselbe Summenformel.

  • über 2 Tonnen

    frische Veilchenblätter braucht es für ein einziges Kilogramm Veilchenblatt-Absolue.

  • rund 600

    Familienbetriebe lebten Ende des 19. Jahrhunderts in und um Toulouse vom Veilchen und ernteten zusammen bis zu 30 Tonnen Blüten im Jahr.

Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.

Ernte und Saison

Das Duftveilchen blüht an der Côte d’Azur von Oktober bis März, die Blätter für die Parfümerie werden im Sommer, von Mai bis Juli, geschnitten. Der Veilchenakkord selbst ist ganzjährig verfügbar, da seine Ionone synthetisch hergestellt werden.

Aus den Blüten lässt sich nur sehr wenig Duftöl gewinnen, das Blütenabsolue gehörte deshalb zu den teuersten Rohstoffen der Parfümerie. Den typischen Veilchenduft liefern heute Ionone, die aus Citral und Aceton synthetisiert werden: Erst entsteht Pseudoionon, das mit Säure zum Ionon ringförmig geschlossen wird. Natürlich ist meist nur das Blatt – in Tourrettes-sur-Loup werden die Blätter von Mai bis Juli geschnitten und noch am selben Tag nach Grasse gebracht. Dort werden sie mit flüchtigen Lösungsmitteln zu einer Concrète extrahiert und anschließend zum dunkelgrünen Veilchenblatt-Absolue gereinigt.

Wissen zum Mitreden

Mythos oder Wahrheit?

1 / 3

Aussage 1

Veilchen kann man nur einmal riechen.

MYTHOS

Mythos. Ionone schalten die Riechrezeptoren nur kurz ab; nach wenigen Atemzügen ist der Duft wieder da und wirkt wie ein neuer Reiz.

Aussage 2

Der Veilchenduft im Parfum stammt aus der Blüte.

MYTHOS

Mythos. Die Blüte gibt kaum Duftöl her; den Veilchenduft liefern seit 1893 Ionone, natürlich ist meist nur das Veilchenblatt-Absolue.

Aussage 3

Veilchen und Iris riechen ähnlich, weil ihre Duftstoffe verwandt sind.

WAHRHEIT

Wahr. Die Irone der Iriswurzel (C₁₄H₂₂O) sind Methyl-Ionone und damit nahe Verwandte der Veilchen-Ionone (C₁₃H₂₀O).

ZUTATEN-LEXIKON

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ALLE DÜFTE MIT VEILCHEN

Fragen und Antworten

Wie riecht es?

Pudrig, süß und zart blumig, mit kühlem, leicht holzigem Unterton.