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Weiße Blumen – Orangenblüte, Jasmin und Maiglöckchen, Studiobild auf Leinen

ZUTATEN-LEXIKON

Weiße Blumen

Cremig, schwer und leicht animalisch, wie ein Strauß nächtlich geöffneter Blüten mit süßem, fast hautnahem Unterton.

AKKORDBLUMIG · WEISSE BLÜTEN · HERZNOTE

DÜFTE ENTDECKENZUM LEXIKON

AUF EINEN BLICK

  • Akkord: komponierte Duftnote nach dem Vorbild weißer Blüten wie Jasmin, Tuberose, Orangenblüte, Gardenie und Ylang-Ylang
  • Herkunft: kein Naturrohstoff; Vorbilder sind meist nachts duftende Blüten aus Tropen und Subtropen
  • Gewinnung: aus Einzelmolekülen wie Indol, Benzylacetat, Methylanthranilat und Methyldihydrojasmonat, oft mit Blütenabsolues
  • Duft: cremig, schwer, süß und leicht animalisch – klassische Herznote

STECKBRIEF

Herkunft
Kein Herkunftsgebiet – der Akkord wird komponiert · Vorbilder sind meist abends oder nachts duftende, weiß bis cremefarben blühende Pflanzen aus Tropen und Subtropen, etwa Jasmin, Tuberose, Orangenblüte, Ylang-Ylang und die ostasiatische Gardenie
Gewinnung
Kein Naturextrakt: zusammengesetzt aus Einzelmolekülen wie Indol, Benzylacetat, Methylanthranilat und Methyldihydrojasmonat, oft ergänzt durch Blütenabsolues; Vorlage sind Duftanalysen lebender Blüten
Hauptmoleküle
Indol (C₈H₇N, warm-animalisch, in starker Verdünnung blumig) · Benzylacetat (C₉H₁₀O₂, süß-fruchtig, jasminartig) · Methylanthranilat (C₈H₉NO₂, fruchtig, an Traube und Orangenblüte erinnernd) · Methyljasmonat (C₁₃H₂₀O₃) und sein synthetischer Verwandter Methyldihydrojasmonat (C₁₃H₂₂O₃, frisch-strahlend, jasminartig) · Linalool und Methylbenzoat als häufige Begleiter
Ernte
Als Akkord ganzjährig verfügbar; seine Vorbilder blühen meist im Sommer und duften am stärksten am Abend und in der Nacht.
Oft kombiniert mit
Moschus, Patschuli, Vanille, Amber, Bergamotte, Jasmin, Sandelholz

Zahlen, die verblüffen

  • 10-mal so viel

    Linalool steckt im Duft von Jasmin, sobald die Blüte gepflückt ist – der Anteil steigt von etwa 3 auf 30 %. Deshalb analysieren Parfümeure lieber die lebende Blüte.

  • rund 30 Zentimeter

    lang ist der Nektarsporn der weißen, nachts duftenden Darwin-Orchidee aus Madagaskar – nur ein Schwärmer mit ebenso langem Rüssel erreicht den Nektar.

  • rund 40 Jahre

    vergingen, bis der Nachtfalter gefunden wurde, den Darwin 1862 allein aus der Länge dieses Blütensporns vorausgesagt hatte.

Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.

Ernte und Saison

Als Akkord ganzjährig verfügbar; seine Vorbilder blühen meist im Sommer und duften am stärksten am Abend und in der Nacht.

Einen „Weiße-Blumen-Extrakt“ gibt es nicht. Der Akkord wird aus Einzelstoffen gebaut, weil manche Vorbilder kein nutzbares Öl liefern: Den Duft der Gardenie etwa setzen Parfümeure als Base nach Daten aus der Headspace-Analyse zusammen; ein Gardenien-Extrakt entsteht allenfalls im Versuchsmaßstab, etwa per Enfleurage. Hinzu kommt, dass gepflückte Blüten anders riechen als lebende: Bei Jasmin steigt der Linalool-Anteil nach dem Pflücken von etwa 3 auf 30 %, Benzylacetat fällt von 60 auf 40 %. Die Headspace-Technik fängt deshalb die Duftwolke der lebenden Blüte ein. Aus den Messwerten bauen Parfümeure den Akkord mit Stoffen, die in vielen weißen Blüten vorkommen – Indol, Benzylacetat, Methylanthranilat, Linalool, Methylbenzoat, Jasmonaten und cremigen Lactonen –, oft ergänzt durch echte Blütenabsolues.

Wissen zum Mitreden

Mythos oder Wahrheit?

1 / 3

Aussage 1

Ein Gardenienduft im Parfum stammt aus Gardenienöl.

MYTHOS

Mythos. Die Gardenie liefert kein im Handel nutzbares Öl. Ihr Duft wird in Parfums als Base nachgebaut – nach Headspace-Daten der lebenden Blüte, die vor allem nach Ocimen, Linalool, α-Farnesen und (Z)-3-Hexenyltiglat riecht.

Aussage 2

Eine gepflückte Blüte riecht genauso wie eine lebende.

MYTHOS

Mythos. Beim Jasmin steigt der Linalool-Anteil nach dem Pflücken von etwa 3 auf 30 %, Benzylacetat fällt von 60 auf 40 %. Deshalb analysieren Parfümeure mit der Headspace-Technik die Duftwolke der lebenden Blüte, bevor sie einen Akkord bauen.

Aussage 3

Viele weiße Duftblüten sind auf Nachtfalter als Bestäuber eingestellt.

WAHRHEIT

Wahr. Helle Farben, die im Mondlicht auffallen, lange Blütenröhren und ein süßer Duft, der abends und nachts am stärksten ist, gelten als typisch für Blüten, die Schwärmer bestäuben. Darwin sagte 1862 aus einem rund 30 cm langen Nektarsporn sogar einen Falter mit ebenso langem Rüssel voraus.

ZUTATEN-LEXIKON

Düfte mit Weiße Blumen

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Fragen und Antworten

Wie riecht es?

Cremig, schwer und leicht animalisch, wie ein Strauß nächtlich geöffneter Blüten mit süßem, fast hautnahem Unterton.