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Article: Von Berg und Tal: die Reise zu Noëns fairem Gold

Noën Ring Join M aus Fairmined-Gelbgold vor den Bergen der argentinischen Anden

Von Berg und Tal: die Reise zu Noëns fairem Gold

Bevor ein Noën-Ring in unserer Vitrine in Bregenz liegt, hat sein Gold eine weite Reise hinter sich. Für die Gründer Claudia und Malte Schindler begann sie nicht im Büro, sondern auf 4.500 Metern Höhe in den argentinischen Anden, mit einer Autopanne, einem halben Lama als Gastgeschenk und sehr viel Geduld. Das ist die Geschichte, wie faires Gold zu Noën kam: von der Mine bis zur Werkbank.

Kurz gesagt
  • 2006 gründeten Claudia und Malte Schindler Noën mit dem Ziel, Schmuck nur aus fair gewonnenem Gold zu fertigen.
  • Weil es dafür noch kaum Strukturen gab, reisten sie selbst zu Kleinbergbau-Kooperativen nach Südamerika, unter anderem nach Jujuy im Norden Argentiniens.
  • Dort wird Gold ohne Chemikalien gewonnen: Man wartet, bis der Regen es aus dem Gestein spült, dann wird gesiebt und gewaschen.
  • Heute bezieht Noën Fairmined-zertifiziertes Gold über spezialisierte Partner und verarbeitet es in der eigenen Manufaktur bei Pforzheim.
Weite Hochebene in den Anden im Norden Argentiniens unter blauem Himmel
Auf der Hochebene im Norden Argentiniens. Foto: Malte Schindler / Noën

Mut am Anfang, Geduld unterwegs

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, schrieb der griechische Philosoph Demokrit. Mit diesem Satz beginnen Claudia und Malte Schindler die Geschichte ihrer Reise. Was sie unterwegs lernen mussten, stand allerdings nirgends: Geduld.

2006, als sie Noën gründeten, gab es in Deutschland noch kein Siegel für faires Gold. Also klopften die beiden 2010 beim Fairtrade-Verein in Köln an und arbeiteten mit daran, dass es eines geben würde. Fünf Jahre dauerte das. In der Zwischenzeit wollten sie nicht warten, sondern selbst sehen, woher gutes Gold kommen kann. Sie reisten zu den Minen nach Südamerika, um dort direkt ökologisch gewonnenes Gold zu kaufen und zu verstehen, was es heißt, im Einklang mit der Natur nach Gold zu schürfen.

4.500 Meter über dem Meer

In den Höhen der argentinischen Anden laufen die Uhren langsamer, erzählen die Schindlers. Und manchmal bleiben sie ganz stehen. Zwei Tage auf einen Ersatzreifen warten. Ein Kreislaufkollaps, aber kein Arzt in Reichweite. Tagelang kein Handyempfang. Für zwei Menschen aus Mitteleuropa, an Tempo und Effizienz gewöhnt, war das eine Prüfung. Doch der Körper, sagen sie heute, war dankbar für das langsame Tempo beim Aufstieg. Denn oben wird die Luft dünn, die Landschaft karg, und die Sonne brennt so stark wie kaum anderswo auf der Erde.

Goldschürfer einer Kleinbergbau-Kooperative arbeiten am Wasserlauf zwischen Steinen
Handarbeit am Wasserlauf. Foto: Noën
Hände waschen Gold in einer Metallpfanne im Wasser
Sieben, waschen, warten. Foto: Noën

Gold, das der Regen bringt

Die Menschen dort kennen nur diese Bedingungen: trocken fast das ganze Jahr, nachts bitterkalt. Sie leben, arbeiten und spielen Fußball in einer Höhe, in der Besucher nach Luft schnappen. Gearbeitet wird, wenn die Natur es erlaubt, am besten direkt nach der Regenzeit, einmal im Jahr, wenn das Wasser das Gold aus dem Gestein gespült hat.

In der Bergbaukooperative in Jujuy, ganz im Norden Argentiniens, setzt man keine Chemikalien ein, um diesen Prozess zu beschleunigen. Stattdessen wird gewartet. Dann gesiebt, gewaschen und Bescheidenheit geübt. Große Nuggets? Fehlanzeige. Der erste Goldrausch ist lange vorbei, und was heute noch zu finden ist, lohnt sich für große Bergbaukonzerne nicht. Für die Kooperative schon, wenn der Preis fair ist.

Warum das wichtig ist

Weltweit arbeiten Millionen Menschen im kleinen, handwerklichen Goldbergbau. Vielerorts wird dort Quecksilber eingesetzt, um Gold zu binden. Laut UN-Umweltprogramm ist dieser Kleinbergbau die größte von Menschen verursachte Quelle für Quecksilber-Emissionen. Gold, das ganz ohne Chemie gewonnen wird, ist deshalb ein echter Unterschied.

Vorkasse, Vertrauen und ein halbes Lama

Und wenn die neue Kollektion schon geplant ist und das Gold schneller gebraucht wird? Dann heißt es trotzdem: Geduld, Optimismus und Vorkasse. Wer mit kleinen Schürfern Geschäfte machen will, muss vertrauen. Die Schindlers haben mehrmals ihr Erspartes in Gold investiert, auf das sie dann monatelang warten mussten. Enttäuscht worden seien sie nie.

Gelernt haben sie unterwegs Dinge, die in keinem Handbuch für Schmuckunternehmer stehen. Etwa, dass man den Dorfbewohnern und Goldschürfern als Gastgeschenk ein halbes geschlachtetes Lama mitbringt. Dass Kokablätter kauen gegen die Höhe hilft. Und wie man an Gesteinsformationen und Faltungen auf Anhieb erkennt, wo sich Gold verbirgt und wo nicht.

Lächelnder Goldschürfer mit Kappe vor einer Berglandschaft in Argentinien
Fair bezahlt, sicher gearbeitet. Foto: Noën
Kleines Goldnugget auf einem Tuch in einer Hand
Kein großer Fund, aber ein fairer. Foto: Noën

„Unser besonderer Weg ist für uns der einzige, den es lohnt zu gehen.“

Aus dem Noën-Magazin IMAGINE

Vom Tal in die Manufaktur

2015 war es so weit: Das Fairtrade-Siegel für Gold kam nach Deutschland, und Noën war eines der ersten deutschen Schmuckunternehmen, das zertifiziert wurde. Die Reisen in die Minen wurden seltener. Spezialisierte Partner aus dem verantwortungsvollen Kleinbergbau lieferten das faire Gold nun genau dann, wenn es gebraucht wurde. Heute arbeitet Noën ausschließlich mit Fairmined-zertifiziertem Gold. Was genau dahintersteckt und wofür es den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gab, lesen Sie in unserem Beitrag Fairmined-Gold und der Deutsche Nachhaltigkeitspreis.

Das Ende der Reise liegt in Keltern bei Pforzheim, der traditionellen Goldstadt Deutschlands. In der Noën-Manufaktur stehen alte hölzerne Werkbänke aus Familienbesitz, die Jahrzehnte Pforzheimer Schmuckgeschichte erzählen. Daneben arbeiten computergestütztes Design und moderne Technik. Entwurf, Handarbeit und Qualitätskontrolle passieren unter einem Dach. Nur so, sagen die Schindlers, behalten sie jeden Schritt im Blick.

Werkbank in der Noën-Manufaktur mit Ringen, Werkzeug und Lötpfanne in Schwarz-Weiß
An der Werkbank bei Pforzheim. Foto: Noën
Goldschmiedin mit Lupenbrille arbeitet an einem Schmuckstück in der Noën-Manufaktur
Präzision mit Lupe. Foto: Noën

Und dann: an Ihrer Hand

Wenn Sie heute einen Noën-Ring wie den Join M in Gelbgold oder den Sparkle Open tragen, tragen Sie ein Stück dieser Reise mit. Das Gold darin ist nicht das Gold aus Jujuy von damals. Aber es kommt aus demselben Gedanken: dass schöner Schmuck nur dann wirklich schön ist, wenn er auch für die Menschen am Anfang der Kette gut ist.

Rote, gefaltete Berge in den Anden im Norden Argentiniens
An Faltungen wie diesen lernten die Schindlers zu lesen, wo Gold liegt. Foto: Malte Schindler / Noën

Kuriositäten von unterwegs

Zwischen Anden und Goldstadt

  1. Das halbe Lama

    Als Gastgeschenk für die Bergdörfer brachten die Schindlers kein Blumenbouquet mit, sondern ein halbes geschlachtetes Lama. In den Anden ist das eine ernst gemeinte Geste der Wertschätzung.

  2. Koka gegen die Höhe

    Im Norden Argentiniens ist das Kauen von Kokablättern, „coqueo“, legal und Teil der Alltagskultur. Es hilft gegen die Folgen der dünnen Luft.

  3. Kochen mit der Sonne

    Auf der Hochebene ist die Sonneneinstrahlung so stark, dass die Region für Solarprojekte interessant ist. In den Bergdörfern sieht man Solarkocher, große Spiegelschüsseln, die das Licht bündeln.

  4. Ein Welterbe in Jujuy

    Die Quebrada de Humahuaca in der Provinz Jujuy, ein 155 Kilometer langes Tal mit farbigen Felsen, ist seit 2003 UNESCO-Welterbe. Schon die Inka nutzten es als Handelsweg.

  5. Werkbänke mit Geschichte

    In der Noën-Manufaktur wird an hölzernen Werkbänken gearbeitet, die aus Familienbesitz stammen und Jahrzehnte Pforzheimer Schmuckgeschichte erzählen.

  6. Warum Gold nicht rostet

    Gold reagiert so gut wie nicht mit Luft und Wasser. Deshalb glänzt Gold aus antiken Gräbern heute noch wie am ersten Tag, und deshalb kann Ihr Ring eines Tages weitergegeben werden.

Solarkocher mit Spiegelschüssel in einem Bergdorf in den Anden
Ein Solarkocher im Bergdorf. Foto: Noën

Häufige Fragen zur Herkunft des Noën-Goldes

Woher kommt das Gold von Noën?

Aus Fairmined-zertifiziertem, verantwortungsvollem Kleinbergbau. In den Anfangsjahren reisten die Gründer selbst zu Kooperativen in Südamerika, unter anderem nach Jujuy in Argentinien.

Wird bei Noëns Gold Quecksilber verwendet?

Die Kooperative in Jujuy, die die Gründer besuchten, gewann Gold ganz ohne Chemikalien. Das Fairmined-Siegel verlangt einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien und deren deutliche Reduktion.

Wo wird Noën-Schmuck gefertigt?

In der eigenen Manufaktur in Keltern bei Pforzheim. Design, Handarbeit und Qualitätskontrolle finden dort unter einem Dach statt.

Seit wann arbeitet Noën mit fairem Gold?

Seit der Gründung 2006. 2015 gehörte Noën zu den ersten deutschen Schmuckunternehmen mit Fairtrade-Zertifizierung, heute ist das Gold Fairmined-zertifiziert.

Die ganze Kollektion finden Sie bei uns in der Noën-Kollektion oder in unserer Boutique in Bregenz. Wir erzählen Ihnen die Geschichte gern auch persönlich.

Ihr Team 4D OUTFITTERS, Bregenz

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