
ZUTATEN-LEXIKON
Maiglöckchen
Convallaria majalis · Spargelgewächse (Asparagaceae)
Frisch, grün und zart blumig, mit süßem, leicht wachsigem Frühlingsduft.
AKKORDBLUMIG · GRÜN · HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Maiglöckchen, Convallaria majalis – ein Spargelgewächs
- Herkunft: Wälder Europas bis zum Kaukasus
- Gewinnung: kein Naturextrakt – als Akkord aus Riechstoffen nachgebaut
- Duft: frisch, grün, zart blumig – Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Wälder Europas bis zum Kaukasus · der Duft im Parfum entsteht im Labor
- Gewinnung
- Kein natürlicher Extrakt gewinnbar – der Duft wird als Akkord aus Riechstoffen wie Hydroxycitronellal nachgebaut
- Hauptmoleküle
- Hydroxycitronellal (C₁₀H₂₀O₂) · Bourgeonal (C₁₃H₁₈O)
- Ernte
- Das Maiglöckchen blüht im Mai und Juni, danach trägt es rote Beeren.
- Oft kombiniert mit
- Bergamotte, Vanille, Moschus, Jasmin, Sandelholz, Amber, Patschuli
Zahlen, die verblüffen
10 mg
Hydroxycitronellal pro Kilogramm genügen, damit der Maiglöckchen-Baustein auf der Packung eines Parfums namentlich stehen muss – das sind gerade einmal 0,001 %.
rund 465 Jahre
alt ist der französische Brauch, am 1. Mai Maiglöckchen zu verschenken – der Überlieferung nach begann er 1561 am Hof von König Karl IX.
rund 3,5 Trilliarden
Hydroxycitronellal-Moleküle stecken in einem einzigen Gramm des Riechstoffs – eine 35 mit 20 Nullen.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Das Maiglöckchen blüht im Mai und Juni, danach trägt es rote Beeren. Weil sein Duft im Parfum aus Riechstoffen entsteht, ist der Maiglöckchen-Akkord unabhängig von der Blütezeit ganzjährig herstellbar.
Aus Maiglöckchenblüten lässt sich kein brauchbarer natürlicher Duftextrakt gewinnen – frühe Versuche der Parfümeure lieferten praktisch keine Ausbeute. Der Duft wird deshalb vollständig nachgebaut: Parfümeure kombinieren synthetische Riechstoffe, die an die Blüte erinnern. Klassischer Grundbaustein ist das Aldehyd Hydroxycitronellal, das durch Anlagerung von Wasser an Citronellal entsteht. Lange gehörte auch Lilial dazu, bis die EU es 2022 in Kosmetik verbot. Das Ergebnis ist kein Extrakt, sondern ein Akkord – eine Komposition aus mehreren Riechstoffen.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Der Maiglöckchenduft im Parfum wird aus der Blüte gewonnen.
Mythos. Aus Maiglöckchenblüten lässt sich kein brauchbarer Duftextrakt gewinnen. Der Duft im Parfum ist ein Akkord aus Riechstoffen wie Hydroxycitronellal.
Aussage 2
Das Maiglöckchen ist giftig.
Wahr. Alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside, besonders Blüten, Blätter und die roten Beeren. Im Parfum steckt jedoch keine Pflanze – der Duft wird aus Riechstoffen nachgebaut.
Aussage 3
Das Maiglöckchen ist eine Lilie.
Mythos. Trotz seines englischen Namens „lily of the valley“ gehört es heute zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae). Früher wurde es zu den Liliengewächsen gezählt.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT MAIGLÖCKCHENZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Maiglöckchen
Fragen und Antworten
Frisch, grün und zart blumig, mit süßem, leicht wachsigem Frühlingsduft.
Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist eine Waldpflanze aus der Familie der Spargelgewächse; früher wurde es zu den Liliengewächsen gezählt. Heimisch ist es in Europa bis zum Kaukasus, wo es in Wäldern und Gebüschen wächst. Im Mai und Juni trägt jeder Blütenstängel kleine, weiße, stark duftende Glöckchen, aus denen sich ab Juli rote Beeren entwickeln.
Aus Maiglöckchenblüten lässt sich kein brauchbarer natürlicher Duftextrakt gewinnen – frühe Versuche der Parfümeure lieferten praktisch keine Ausbeute. Der Duft wird deshalb vollständig nachgebaut: Parfümeure kombinieren synthetische Riechstoffe, die an die Blüte erinnern. Klassischer Grundbaustein ist das Aldehyd Hydroxycitronellal, das durch Anlagerung von Wasser an Citronellal entsteht. Lange gehörte auch Lilial dazu, bis die EU es 2022 in Kosmetik verbot. Das Ergebnis ist kein Extrakt, sondern ein Akkord – eine Komposition aus mehreren Riechstoffen.
Maiglöckchen bringt eine helle, frische und saubere Blumigkeit in einen Duft, meist im Herzen der Komposition. Als Akkord verbindet es sich gut mit anderen weißen Blüten und verleiht Parfums einen grünen, frühlingshaften Charakter. In unserem Sortiment steht es in 68 von 77 Düften in der Herznote.
Blumig · Grün · Herznote
Das Maiglöckchen blüht im Mai und Juni, danach trägt es rote Beeren. Weil sein Duft im Parfum aus Riechstoffen entsteht, ist der Maiglöckchen-Akkord unabhängig von der Blütezeit ganzjährig herstellbar.
In unseren Düften steht es oft neben Bergamotte, Vanille, Moschus, Jasmin, Sandelholz, Amber, Patschuli.
Schon im 16. Jahrhundert war das Maiglöckchen in Frankreich mit dem 1. Mai verbunden: Der Überlieferung nach erhielt König Karl IX. am 1. Mai 1561 einen Zweig als Glücksbringer und verschenkte fortan selbst jedes Jahr Maiglöckchen an die Damen seines Hofes. Bis heute schenkt man sich in Frankreich am 1. Mai „muguet“ als Glücksbringer, und viele tragen einen Zweig bei den Kundgebungen zum Tag der Arbeit. In der Parfümerie scheiterten frühe Versuche, den Blütenduft zu gewinnen. Erst die Chemie machte ihn ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hydroxycitronellal überzeugend nachbaubar.
- Lilial, lange ein Schlüsselbaustein für Maiglöckchen-Noten, ist in der EU seit 1. März 2022 in Kosmetik verboten.
- Menschliche Spermien reagieren im Labor auf Bourgeonal, einen Riechstoff mit Maiglöckchenduft: 2003 entdeckten Forschende auf ihnen einen Riechrezeptor, über den sie dem Duftstoff entgegenschwimmen.
- Trotz seines zarten Dufts ist das Maiglöckchen giftig – alle Pflanzenteile, besonders Blüten, Blätter und Beeren, enthalten herzwirksame Glykoside.
Weil sich der Blütenduft kaum gewinnen lässt, bauen Parfümeure ihn nach – klassisch mit dem Aldehyd Hydroxycitronellal (C₁₀H₂₀O₂, PubChem-CID 7888, Molmasse rund 172 g/mol), das durch Anlagerung von Wasser an die Doppelbindung von Citronellal entsteht. Es gilt als schwach hautsensibilisierend und muss in der EU ab 0,001 % in Produkten, die auf der Haut bleiben, auf dem Etikett genannt werden. Lilial (Butylphenyl Methylpropional, C₁₄H₂₀O, CID 228987) ist seit März 2022 in Kosmetik verboten. Bourgeonal (C₁₃H₁₈O, CID 64832), ein weiteres Aldehyd mit Maiglöckchenduft, aktiviert den Riechrezeptor hOR17-4, der auch auf menschlichen Spermien sitzt – ob das für die Befruchtung eine Rolle spielt, ist bis heute nicht belegt.
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