
ZUTATEN-LEXIKON
Mango
Mangifera indica · Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Saftig-süß und tropisch, mit cremiger, pfirsichartiger Nuance und einem grün-harzigen, leicht terpentinartigen Unterton.
AKKORDFRUCHTIG · TROPISCH-CREMIG · KOPFNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Mangobaum Mangifera indica, ein Sumachgewächs – verwandt mit Cashew und Pistazie
- Herkunft: Indo-Burma-Raum von Assam bis Myanmar, größter Erzeuger heute Indien
- Gewinnung: kein handelsübliches ätherisches Öl – im Parfum als Akkord aus Riechstoffen nachgebaut
- Duft: saftig-süß, tropisch, cremig mit grün-harziger Facette – vor allem Kopfnote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Wildart heimisch im Indo-Burma-Raum, von Assam und Myanmar bis in den Süden Chinas · Heute in den Tropen und Subtropen weltweit angebaut, größter Erzeuger ist Indien
- Gewinnung
- Kein handelsübliches ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch – der Mangoduft wird im Parfum als Akkord aus Riechstoffen aufgebaut
- Hauptmoleküle
- Akkord-Bausteine: cremig-fruchtige Lactone, fruchtige Ester und Terpene · In der Frucht selbst: δ-3-Caren (C₁₀H₁₆), (Z)-β-Ocimen (C₁₀H₁₆) und das Furanon HDMF (C₆H₈O₃)
- Ernte
- In Indien reifen die Mangos je nach Sorte von Ende März bis in den Juli; mit dem Monsun endet die Saison.
- Oft kombiniert mit
- Amber, Vanille, Bergamotte, Moschus, Iris, Safran, Sandelholz
Zahlen, die verblüffen
rund 44 %
aller Mangos, Mangostanen und Guaven der Welt wuchsen 2022 in Indien – rund 26 Millionen von gut 59 Millionen Tonnen.
bis zu 4.000
Blüten trägt eine einzige Mangorispe – je nach Sorte sind 25 bis 98 % davon rein männlich und können keine Frucht bilden.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
In Indien reifen die Mangos je nach Sorte von Ende März bis in den Juli; mit dem Monsun endet die Saison. Als Duftakkord ist Mango das ganze Jahr verfügbar.
Ein handelsübliches ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch der Mango gibt es nicht. Parfümeure bauen den Geruch deshalb als Akkord nach. Cremige Lactone geben dem Akkord Körper und eine pfirsichartige Weichheit, fruchtige Ester die Saftigkeit und Terpene die grün-harzige Frische, die an die Schale erinnert.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Der Mangoduft im Parfum stammt aus einem ätherischen Mangoöl.
Mythos. Ein handelsübliches ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch der Mango gibt es nicht. Parfümeure bauen den saftig-tropischen Geruch als Akkord nach – mit cremigen Lactonen, fruchtigen Estern und grün-harzigen Terpenen.
Aussage 2
Die Mango ist mit Cashew, Pistazie und Giftefeu verwandt.
Wahr. Alle gehören zu den Sumachgewächsen (Anacardiaceae). Vor allem die Mangoschale enthält urushiolähnliche Alkylresorcinole, die dem Kontaktallergen des Giftefeus ähneln.
Aussage 3
Alle Mangos riechen gleich.
Mythos. Je nach Sorte dominieren andere Duftstoffe: In vielen westlichen Sorten ist es das Terpen δ-3-Caren, in indischen Sorten wie Alphonso prägen andere Terpene sowie Lactone und Furanone den Duft.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT MANGOZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Mango
Fragen und Antworten
Saftig-süß und tropisch, mit cremiger, pfirsichartiger Nuance und einem grün-harzigen, leicht terpentinartigen Unterton.
Die Mango gehört zu den Sumachgewächsen und ist damit mit Cashew und Pistazie verwandt – aber auch mit Giftefeu und Giftsumach. Ihre Heimat liegt im Indo-Burma-Raum: Wild wächst der Mangobaum vom indischen Assam über Myanmar bis in den Süden Chinas. Der immergrüne Baum kann bis zu 30 Meter hoch und sehr alt werden und trägt seine kleinen Blüten in großen, aufrechten Rispen. In Indien wird die Mango seit Jahrtausenden kultiviert, und das Land ist bis heute mit Abstand der größte Erzeuger der Welt. Unter den Hunderten Sorten riechen westliche Züchtungen wie Haden, Kent oder Keitt chemisch deutlich anders als indische Sorten wie Alphonso.
Ein handelsübliches ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch der Mango gibt es nicht. Parfümeure bauen den Geruch deshalb als Akkord nach. Cremige Lactone geben dem Akkord Körper und eine pfirsichartige Weichheit, fruchtige Ester die Saftigkeit und Terpene die grün-harzige Frische, die an die Schale erinnert.
Mango bringt einer Komposition eine saftige, tropisch-süße Fruchtigkeit mit cremiger Tiefe. Der Akkord belebt vor allem den Auftakt und verbindet sich gut mit Bergamotte, Safran und Iris; über einer Basis aus Amber, Vanille und Moschus setzt seine grün-harzige Seite einen frischen Kontrast. In unserem Sortiment steht Mango in 17 Düften, davon in 12 in der Kopfnote und in 5 in der Herznote.
Fruchtig · Tropisch-cremig · Kopfnote, auch Herznote
In Indien reifen die Mangos je nach Sorte von Ende März bis in den Juli; mit dem Monsun endet die Saison. Als Duftakkord ist Mango das ganze Jahr verfügbar.
In unseren Düften steht es oft neben Amber, Vanille, Bergamotte, Moschus, Iris, Safran, Sandelholz.
In Südasien ist die Mango seit Jahrtausenden mehr als nur eine Frucht. Nach buddhistischer Überlieferung schenkte die Kurtisane Ambapali dem Buddha und seinem Orden in Vesali ihren Mangohain, den Ambapalivana – einen schattigen Ort der Ruhe. In Indien ist der Baum bis heute eng mit religiösen Bräuchen verbunden: Girlanden aus Mangoblättern schmücken zu Festen und Hochzeiten die Türen. Als Duftnote der Parfümerie ist Mango dagegen ein Kind des Labors: Weil sich aus der Frucht kein Öl gewinnen lässt, wird ihr Duft mit Riechstoffen nachgebaut.
- Die Mango ist mit Cashew und Pistazie verwandt – und mit Giftefeu: Ihre Schale enthält urushiolähnliche Stoffe, die bei empfindlichen Menschen Hautreaktionen auslösen können.
- Das Wort Mango kam über die Portugiesen nach Europa: Sie übernahmen den südindischen Namen der Frucht als „manga“.
- Nach buddhistischer Überlieferung bekam der Buddha einen Mangohain geschenkt: Die Kurtisane Ambapali überließ ihn ihm und seinem Orden in Vesali.
Wie eine Mango riecht, hängt stark von der Sorte ab. In vielen westlichen Sorten wie Haden, Kent, Keitt oder Ataulfo ist das Terpen δ-3-Caren (C₁₀H₁₆, PubChem-CID 26049) der häufigste flüchtige Stoff. In indischen Sorten wie Alphonso treten andere Monoterpene wie (Z)-β-Ocimen (C₁₀H₁₆, PubChem-CID 5320250) und Myrcen stärker hervor. Beim Reifen bilden sich zusätzlich Lactone mit pfirsich- und kokosartigem Geruch sowie Furanone, vor allem HDMF (4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)-furanon, C₆H₈O₃, PubChem-CID 19309) mit süß-karamelligem Duft; die Alphonso-Mango ist besonders reich an beiden Stoffgruppen. Im Parfum wird Mango deshalb als Akkord aus solchen Bausteinen nachgebildet.
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