
ZUTATEN-LEXIKON
Pflaume
Prunus domestica (Vorbild des Akkords) · Rosengewächse (Rosaceae)
Saftig-süß und dunkel-fruchtig, mit cremiger, leicht weiniger Tiefe reifer Spätsommerfrüchte.
AKKORDFRUCHTIG · LACTONISCH · KOPF- UND HERZNOTE
AUF EINEN BLICK
- Pflanze: Kulturpflaume Prunus domestica, ein Rosengewächs, Vorbild des Akkords
- Herkunft: ursprünglich Westasien südlich des Kaukasus, heute weltweit angebaut
- Gewinnung: kein Öl aus der Frucht – Akkord aus Estern und Lactonen
- Duft: saftig-süß, dunkel-fruchtig, cremig – Kopf- und Herznote
STECKBRIEF
- Herkunft
- Ursprünglich Westasien südlich von Kaukasus und Kaspischem Meer · Heute in vielen Ländern der gemäßigten Zone angebaut
- Gewinnung
- Kein ätherisches Öl aus der Frucht – im Parfum ein Akkord aus fruchtigen Estern, Lactonen und weiteren Aromastoffen
- Hauptmoleküle
- Hexylacetat (C₈H₁₆O₂, süß-fruchtiger Ester der echten Frucht) · γ-Decalacton (C₁₀H₁₈O₂, fruchtig-cremiges Lacton) · Linalool (C₁₀H₁₈O, blumig-frisch)
- Ernte
- Als Akkord aus Aromastoffen ist der Pflaumenduft unabhängig von der Ernte das ganze Jahr verfügbar; die Bäume blühen im Frühjahr weiß.
- Oft kombiniert mit
- Vanille, Patschuli, Moschus, Sandelholz, Tonkabohne, Rose, Zedernholz
Zahlen, die verblüffen
48 Chromosomen
trägt die Kulturpflaume – dreimal so viele wie ihre Ahnin, die Kirschpflaume mit 16; sie ist hexaploid, hat also sechs Chromosomensätze.
2,5 bis 3 Kilogramm
frische Pflaumen braucht es für ein einziges Kilogramm Trockenpflaumen.
Werte gerundet, gerechnet aus veröffentlichten Daten.
Ernte und Saison
Als Akkord aus Aromastoffen ist der Pflaumenduft unabhängig von der Ernte das ganze Jahr verfügbar; die Bäume blühen im Frühjahr weiß.
Ein ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch gibt es nicht; Parfümeure bauen den Pflaumenduft deshalb als Akkord nach. Vorbild ist die Chemie der reifen Frucht: In Analysen bilden Ester wie Hexylacetat die größte Gruppe der flüchtigen Stoffe, dazu kommen Alkohole, Lactone wie δ- und γ-Decalacton sowie Terpene wie Linalool. Im Akkord übernehmen Ester die saftige Frische und Lactone die cremig-reife Fülle; dunklere, weinige Facetten entstehen aus weiteren Bausteinen.
Wissen zum Mitreden
Mythos oder Wahrheit?
Aussage 1
Für Pflaumendüfte wird ein Öl aus der Frucht destilliert.
Mythos. Ein ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch gibt es nicht. Der Pflaumenduft im Parfum ist ein Akkord aus fruchtigen Estern und cremigen Lactonen – nach dem Vorbild der Aromastoffe der echten Frucht.
Aussage 2
Die japanische „Ume“ ist eine Pflaume.
Mythos. Die Ume (Prunus mume) wird zwar oft „japanische Pflaume“ genannt, ist aber näher mit der Aprikose verwandt als mit der Pflaume. Sie stammt ursprünglich aus China.
Aussage 3
Zwetschge, Mirabelle und Reneklode gehören zur selben Art wie die Pflaume.
Wahr. Sie alle sind Formen der Kulturpflaume Prunus domestica, die sich leicht miteinander kreuzen. Der Name „Zwetschge“ erinnert dabei an Damaskus: Er geht auf spätlateinisch „damascena“ zurück – „Pflaumen aus Damaskus“.
Ihr Ergebnis
DÜFTE MIT PFLAUMEZUTATEN-LEXIKON
Düfte mit Pflaume
Fragen und Antworten
Saftig-süß und dunkel-fruchtig, mit cremiger, leicht weiniger Tiefe reifer Spätsommerfrüchte.
Die Kulturpflaume Prunus domestica ist ein Rosengewächs und eng mit Kirsche, Pfirsich und Aprikose verwandt. Sie entstand vermutlich in Westasien, südlich des Kaukasus und des Kaspischen Meeres; als Eltern gelten meist die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) und die Schlehe (Prunus spinosa), genetische Studien liefern dazu aber widersprüchliche Ergebnisse. Zur selben Art gehören Zwetschge, Reneklode, Mirabelle und Spilling, die sich leicht miteinander kreuzen. Heute wird die Pflaume in vielen Ländern der gemäßigten Zone angebaut.
Ein ätherisches Öl aus dem Fruchtfleisch gibt es nicht; Parfümeure bauen den Pflaumenduft deshalb als Akkord nach. Vorbild ist die Chemie der reifen Frucht: In Analysen bilden Ester wie Hexylacetat die größte Gruppe der flüchtigen Stoffe, dazu kommen Alkohole, Lactone wie δ- und γ-Decalacton sowie Terpene wie Linalool. Im Akkord übernehmen Ester die saftige Frische und Lactone die cremig-reife Fülle; dunklere, weinige Facetten entstehen aus weiteren Bausteinen.
Ein Pflaumenakkord gibt Kompositionen eine dunkle, saftig-süße Fruchtigkeit mit cremiger Tiefe. Meist setzt er schon im Auftakt ein und trägt die Fruchtigkeit ins Herz, wo er sich gut mit Rose, Gewürzen und Hölzern verbindet. In unserem Sortiment steht Pflaume in 38 Düften, davon in 26 in der Kopfnote, in 12 in der Herznote und in einem in der Basisnote.
Fruchtig · Lactonisch · Kopf- und Herznote
Als Akkord aus Aromastoffen ist der Pflaumenduft unabhängig von der Ernte das ganze Jahr verfügbar; die Bäume blühen im Frühjahr weiß.
In unseren Düften steht es oft neben Vanille, Patschuli, Moschus, Sandelholz, Tonkabohne, Rose, Zedernholz.
Die Pflaume begleitet den Menschen seit Jahrtausenden: Pflaumensteine belegen ihre Nutzung seit mindestens rund 6.000 Jahren, Funde gibt es schon von jungsteinzeitlichen Siedlungsplätzen. In römischer Zeit war sie weit verbreitet; entlang des Limes in Germanien fanden Archäologen zahlreiche Steine von Pflaume, Pfirsich und Schlehe. Auch in der Wikingersiedlung Haithabu wurden Pflaumensteine geborgen. Der Name der Zwetschge erinnert an Damaskus, das schon in der Antike als Heimat der Frucht galt. Ab dem 19. Jahrhundert machten französische Sorten aus der Gegend von Agen Kalifornien zu einem Zentrum der Trockenpflaumen.
- „Zwetschge“ geht auf spätlateinisch „damascena“ zurück – „Pflaumen aus Damaskus“.
- Die japanische „Ume“, oft „japanische Pflaume“ genannt, ist näher mit der Aprikose verwandt als mit der Pflaume.
- Selbst in der Wikingersiedlung Haithabu an der Schlei fanden Archäologen Pflaumensteine.
Das Aroma der echten Pflaume ist ein Gemisch aus vielen schwachen Stimmen. In Analysen stellen Ester den größten Anteil der flüchtigen Stoffe; besonders geruchsaktiv sind Ester wie Ethyl-2-methylbutanoat und Hexylacetat (C₈H₁₆O₂), daneben Lactone wie δ- und γ-Decalacton (C₁₀H₁₈O₂) sowie Linalool (C₁₀H₁₈O). Lactone sind ringförmige Ester und riechen typischerweise cremig-fruchtig. Genetisch ist die Kulturpflaume ein Sonderfall: Sie ist hexaploid und trägt 48 Chromosomen, die Kirschpflaume nur 16.
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