
Inge-Glas: 15 Generationen Glasbläser – von Lauscha nach Neustadt
1597 gründet ein Mann namens Christoph Müller im Thüringer Wald eine Glashütte. Über 400 Jahre und 15 Generationen später hängen die Kugeln seiner Nachfahren an Christbäumen in aller Welt. Dazwischen liegen ein Dorf, das für Christbaumschmuck berühmt wird, eine Flucht über die innerdeutsche Grenze und eine Manufaktur in Neustadt bei Coburg, in der bis heute jedes Stück mit dem Mund geblasen wird. Das ist die Geschichte von Inge-Glas, und sie ist spannender als mancher Weihnachtsfilm.
- Ursprung: 1597 gründet Vorfahr Christoph Müller gemeinsam mit Hans Greiner die Glashütte in Lauscha, der Wiege des gläsernen Christbaumschmucks.
- Neubeginn: 1951 flieht Heinz Müller-Blech aus Thüringen in den Westen und gründet in Neustadt bei Coburg, nur wenige Meter hinter der Grenze, eine Glasbläserei für Christbaumschmuck.
- Heute: Die Familie führt das Unternehmen in der 15. Generation, mit über 100 Mitarbeitenden und einem Schatz von rund 15.000 Formteilen.
- Erkennungszeichen: Seit 1987 trägt jedes Stück das Sternkrönchen als Herkunftszeichen.
Wo beginnt die Geschichte von Inge-Glas?
Im Jahr 1597, im Thüringer Wald. Am 10. Januar erhalten Hans Greiner und Christoph Müller von Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg die Erlaubnis, eine Glashütte zu betreiben. Rund um diese Hütte wächst ein ganzes Dorf: Lauscha. Inge-Glas nennt Christoph Müller ausdrücklich „unseren Vorfahren“ und die Lauschaer Hütte die Mutterglashütte der Familie.

Zweieinhalb Jahrhunderte lang ist Lauscha ein Glasmacherdorf unter vielen. Dann, im Jahr 1847, so berichtet die Ortsgeschichte, erfindet ein Lauschaer Glasbläser gläsernen Schmuck für den Weihnachtsbaum. Die erste schriftlich belegte Bestellung von Weihnachtskugeln stammt von 1848, über sechs Dutzend Stück. Aus einer Idee wird ein Exportschlager: Glasfrüchte, Nüsse, Kugeln und Figuren aus Lauscha gehen bald in die ganze Welt.
Warum so viele frühe Glasornamente wie Äpfel und Nüsse aussehen, ist eine Geschichte für sich. Wir erzählen sie in Champagner, Kaviar, Brezel: Warum Essen am Christbaum hängt.
Warum zog die Familie von Lauscha nach Neustadt bei Coburg?
Wegen der Weltpolitik. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt die Rote Armee im Juli 1945 das südliche Thüringen, ab 1949 gehört Lauscha zur DDR. 1951 flieht Heinz Müller-Blech aus Thüringen in den Westen und gründet in Neustadt bei Coburg eine Glasbläserei für Christbaumschmuck. Inge-Glas beschreibt die Lage mit einem bemerkenswerten Detail: nur wenige Meter hinter der Grenze. Die alte Heimat liegt also in Sichtweite, aber unerreichbar.

Und der Name? Unter amerikanischen Händlern heißt es, er gehe auf Inge zurück, die Frau von Heinz Müller-Blech. Belegt ist, dass der Betrieb in alten Markenregistern als „Glasbläserei Inge Müller-Blech“ eingetragen war. Die Firma selbst erzählt die Herkunft des Namens auf ihrer Website nicht. Wir finden: Ein Familienunternehmen, das nach einer Frau benannt ist, passt hervorragend zu einem Haus, in dem heute die nächste Generation das Ruder übernimmt.
Wer führt Inge-Glas heute?

Inge-Glas ist bis heute in Familienhand. Klaus Müller-Blech ist Geschäftsführer und Gesellschafter. Seine Tochter Marie Müller-Blech stieg 2019 ins Unternehmen ein, baute die Marketingabteilung und drei Onlineshops auf und ist seit dem 1. September 2022 Gesellschafterin. Sie übernimmt Schritt für Schritt die Führung, gemeinsam mit Geschäftsführer Tilo Hannemann. Zum Unternehmen Inge's Christmas Decor gehören neben Inge-Glas auch die Marken Holly & Jolly und goldmarie. Laut eigener Angabe arbeiten mehr als 100 Menschen für die Firma, und die Ornamente gehen in über 40 Länder.
Wie entsteht ein Ornament von Inge-Glas?
In vielen Handgriffen, und fast alle davon sind echte Handarbeit. Inge-Glas beschreibt den Weg so:
Schritt 1Entwurf und Form
Jede Figur beginnt als Zeichnung. Daraus entsteht eine Form, in die das Glas später geblasen wird. Rund 15.000 Formteile aus zwei Jahrhunderten lagern im Archiv.
Schritt 2Blasen und Versilbern
Kugeln entstehen frei vor der Flamme, Figuren in der Form. Dann wird jedes Stück mit einer Silberlösung gefüllt, die sich innen als Spiegel ablegt.
Schritt 3Malen und Vollenden
Bis zu 60 Arbeitsschritte, jedes Stück von einer einzigen Malerin oder einem Maler. Augen und Brauen werden von Hand gesetzt, zum Schluss kommt das Sternkrönchen.
Am Ende kommen noch Federn, gläserne Fäden oder funkelnde Steine dazu, bevor jedes Stück eine Qualitätskontrolle durchläuft. Seit 1987 sitzt obenauf das Sternkrönchen, das goldene Herkunftszeichen, an dem Sie Inge-Glas sofort erkennen. Die Versilberung von innen ist übrigens der Grund, warum die Farben so leuchten: Das Licht wird vom Silber zurückgeworfen und scheint durch die Farbschicht hindurch.

Welche Inge-Glas-Klassiker finden Sie bei uns?
Bei uns in Bregenz und online führen wir eine große Auswahl aus der Manufaktur, von der klassischen Kugel bis zur Figur mit Augenzwinkern. Vier Stücke, die zeigen, wie breit das Repertoire ist:
Zu jedem dieser Stücke gibt es eine eigene Geschichte: das Jahresornament Väterchen Frost, die wahre Geschichte der Weihnachtsgurke und die Mumins am Christbaum.
Kuriositäten rund um Inge-Glas
Was man über die Manufaktur wissen sollte
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Ein Dorf aus einer Hütte
Lauscha wurde nicht gegründet und bekam dann eine Glashütte. Es war umgekehrt: Das Dorf entstand rund um die Hütte von 1597.
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Ein Weihnachtsmuseum zum Anfassen
In der Alten Weihnachtsfabrik in Neustadt bei Coburg gibt es ein historisches Weihnachtsmuseum und eine Formenschatzkammer mit alten Werkzeugen und Formen.
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Kinder an die Pfeife
An den Adventssonntagen vom 22. November bis 20. Dezember 2026 zeigen Glasbläser dort ihr Handwerk, Kinder ab fünf Jahren dürfen ihre eigene Kugel blasen.
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Silber statt Farbe
Das Leuchten kommt nicht aus der Farbe allein, sondern aus einer hauchdünnen Silberschicht im Inneren jedes Stücks.
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15 Generationen
Kaum ein Familienunternehmen in Europa kann seine Wurzeln so weit zurückverfolgen. Inge-Glas zählt heute die 15. Generation.

- 1597: Konzession für die Glashütte in Lauscha an Hans Greiner und Christoph Müller.
- 1847/1848: erster gläserner Christbaumschmuck in Lauscha, erste belegte Bestellung von Weihnachtskugeln.
- 1951: Neugründung durch Heinz Müller-Blech in Neustadt bei Coburg.
- 1987: Einführung des Sternkrönchens als Herkunftszeichen.
- Heute: rund 15.000 Formteile, über 100 Mitarbeitende, Export in mehr als 40 Länder.
Häufige Fragen zu Inge-Glas
Wo wird Inge-Glas hergestellt?
In der eigenen Manufaktur in Neustadt bei Coburg in Oberfranken. Jedes Stück wird dort mundgeblasen, von innen versilbert und von Hand bemalt.
Seit wann gibt es Inge-Glas?
Die Glasbläsertradition der Familie reicht bis 1597 nach Lauscha zurück. In Neustadt bei Coburg besteht das Unternehmen seit 1951.
Woran erkenne ich echtes Inge-Glas?
Am goldenen Sternkrönchen, das seit 1987 als Herkunftszeichen auf jedem Stück sitzt.
Wer leitet Inge-Glas heute?
Geschäftsführer und Gesellschafter Klaus Müller-Blech, seine Tochter Marie Müller-Blech als Gesellschafterin sowie Geschäftsführer Tilo Hannemann.
Kann man die Manufaktur besuchen?
Ja, die Alte Weihnachtsfabrik in Neustadt bei Coburg hat in der Saison einen Laden, ein Café, ein historisches Weihnachtsmuseum und an den Adventssonntagen Glasbläser-Vorführungen.
Erst staunen, dann schmücken
Ein Ornament von Inge-Glas ist kein Wegwerfartikel, sondern ein Stück, das Jahr für Jahr wieder an den Baum kommt und irgendwann an die nächste Generation geht. Die ganze Auswahl finden Sie in unserer Inge-Glas-Kollektion, noch schöner ist es aber, die Stücke im Licht zu sehen: in unserer Boutique in Bregenz. Ab € 200 versenden wir kostenlos. Mehr über Christbaumschmuck aus Glas lesen Sie auch in Christbaumschmuck der Extraklasse.
Ihr Team 4D OUTFITTERS, Bregenz
Quellen: Inge-Glas – Unsere Manufaktur · Inge-Glas – Manufaktur & Handwerk · Inge-Glas – Unternehmen · Inge-Glas – Neue Gesellschafterin · Die Alte Weihnachtsfabrik · Wikipedia – Lauscha · Wikipedia – Christbaumschmuck · Markenregister USA














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