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Artikel: Punzen im Goldschmuck: Was 750 & Co. wirklich bedeuten

Ring 1AP18 mit Brillanten in 18 Karat Weißgold, Gelbgold und Roségold auf hellem Grund zwischen gebürstetem Gold mit geprägten Ornamenten

Punzen im Goldschmuck: Was 750 & Co. wirklich bedeuten

Kleiner als ein Reiskorn, älter als jede Garantiekarte: Die winzigen Zeichen in einem Goldring gehören zu den ältesten Verbraucherschutz-Werkzeugen der Welt. Eine Punze verrät, wie viel Gold wirklich im Schmuck steckt und wer dafür geradesteht. Wir erklären, was 750, 585 und Co. bedeuten, welche Regeln in Österreich und Deutschland gelten, was die kleine Waage auf manchem Schmuckstück soll und woran Sie vergoldeten Schmuck erkennen.

Kurz gesagt
  • Die Zahl ist der Feingehalt in Tausendteilen: 750 heißt 75 Prozent reines Gold, also 18 Karat.
  • Österreich: Goldwaren ab 585 fallen unter das Punzierungsgesetz. Erlaubt sind 986, 900, 750 und 585, dazu kommt eine registrierte Verantwortlichkeitspunze.
  • Deutschland: Stempeln ist freiwillig. Wer aber stempelt, muss stimmen: höchstens 10 Tausendteile Abweichung.
  • Die Waage ist die gemeinsame Kontrollpunze der Wiener Punzierungskonvention von 1972.
  • Vergoldet ist nicht Gold: Auf vergoldetem Unedelmetall darf in Österreich kein Feingehalt der Auflage stehen.

Was ist eine Punze überhaupt?

Eine Punze ist ein eingeschlagenes oder gelasertes Zeichen auf Edelmetall. Der Begriff meint ursprünglich den Stahlstempel, mit dem das Zeichen eingeschlagen wird, und inzwischen auch das Zeichen selbst. Zwei Arten sollten Sie kennen:

Feingehaltspunze

Die Zahl, etwa 750 oder 585. Sie sagt, wie viele von 1.000 Teilen reines Edelmetall sind. In Österreich muss sie laut Gesetz in Tausendteilen angegeben werden.

Verantwortlichkeitspunze

Das Zeichen des Herstellers oder Importeurs. Es zeigt, wer für den angegebenen Feingehalt geradesteht. In Österreich wird sie registriert, jeder Verantwortliche lässt sich seine Punzen selbst anfertigen.

Daneben gibt es staatliche Prüfzeichen und die internationale Kontrollpunze, dazu gleich mehr. Wichtig ist der Gedanke dahinter: Gold sieht man nicht an, wie viel Gold es ist. Ein Ring aus 585er-Gold und einer aus 750er-Gold können sich zum Verwechseln ähneln. Die Punze macht den Unterschied überprüfbar.

Was bedeuten 750, 585 und 333 im Ring?

Die Zahl nennt den Goldanteil in Tausendteilen. 750 bedeutet 750 von 1.000 Teilen reines Gold, das entspricht 18 Karat. Karat zählt in Vierundzwanzigsteln, 18 von 24 sind exakt 75 Prozent. Wie aus dem restlichen Viertel Gelb-, Weiß- oder Roségold wird, erklären wir ausführlich in Gelbgold, Weißgold oder Roségold.

Stempel Bedeutung Anteil Gut zu wissen
999 Feingold, 24 Karat 99,9 % zu weich für Ringe, typisch für Barren
986 Dukatengold 98,6 % gesetzlicher Feingehalt in Österreich
900 Gold, nur mit „Au“ 90 % in Österreich nur zusammen mit dem Zeichen Au
750 / 18K 18 Karat 75 % der Klassiker für feinen Schmuck
585 / 14K 14 Karat 58,5 % rechnerisch 583,3; Schwelle des österreichischen Gesetzes
375 / 9K 9 Karat 37,5 % in Österreich außerhalb des Punzierungsgesetzes
333 8 Karat 33,3 % in Deutschland verbreitet
Pt 950 Platin 95 % in Österreich mit „Pt“
925 Sterlingsilber 92,5 % kein Gold, aber oft verwechselt

Unsere Goldringe von 4D Outfitters Fine Jewellery und Noën sind durchweg aus 750er-Gold. Die Ringe der Serie 1AP18 gibt es im selben Design in allen drei Goldfarben, alle in 18 Karat mit 26 Brillanten.

Preise live aus unserem Shop, Stand: 23.10.2026. Die ganze Auswahl finden Sie unter Ringe aus Gold.

Wer kontrolliert in Österreich, ob wirklich 750 drin ist?

In Österreich regelt das Punzierungsgesetz 2000 die Sache, in Kraft seit 1. April 2001. Es gilt für Gold ab einem Feingehalt von 585, für Platin ab 950 und für Silber ab 800. Erfasst sind Stücke, die in Österreich hergestellt, für den Handel eingeführt oder zum Weiterverkauf angekauft werden. Münzen und Barren sind ausgenommen.

Das österreichische System setzt auf Eigenverantwortung. Hersteller, Importeure, Pfandleiher und Auktionshäuser registrieren ihre Verantwortlichkeitspunze und stehen damit für den Feingehalt gerade. Die Aufsicht liegt beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV). Drei Regeln zeigen, wie streng das gemeint ist:

  • Nie nach oben runden. Der angegebene Feingehalt darf nie höher sein als der tatsächliche. Eine Legierung zwischen zwei erlaubten Werten bekommt den nächstniedrigeren.
  • Laser ist erlaubt. Die Punze muss nicht mehr eingeschlagen werden, sie darf auch gelasert sein. Das schont filigrane Stücke.
  • Es kann teuer werden. Verstöße kosten bis zu 15.000 Euro, das Fälschen von Punzen sogar bis zu 25.000 Euro.

Und was ist mit Gold unter 585, also 375 oder 333? Das fällt nicht unter das Punzierungsgesetz, es gibt keine Prüf- und Kennzeichnungspflicht. Beim Verkauf muss der Feingehalt aber klar angegeben sein, laut Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen gelten dafür besondere Kennzeichnungsvorschriften.

Die 2-Gramm-Grenze, ganz konkret

Bei Gold und Platin bis 2 Gramm darf die Verantwortlichkeitspunze laut Gesetz entfallen, bei Silber bis 30 Gramm. Wie knapp das sein kann, zeigt unser Ring 1AP18 in Gelbgold: In Größe 52 wiegt das Gold 1,89 Gramm, in Größe 54 schon 2,19 Gramm. Zwei Millimeter Umfang mehr, und rechtlich gelten andere Regeln.

Wie ist das in Deutschland?

Ganz anders, und das überrascht viele. In Deutschland gilt bis heute das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren vom 16. Juli 1884, in Kraft seit 1. Januar 1888. Es schreibt keine Stempelpflicht vor. Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, angegeben in Tausendteilen. Wer aber stempelt, muss richtig liegen: Beim Einschmelzen des ganzen Stücks darf der Goldgehalt höchstens 10 Tausendteile unter der Angabe liegen.

Eine Kuriosität aus dieser Zeit lebt im Gesetz weiter. Für goldene Geräte, also etwa Besteck oder Becher, gibt es einen amtlich festgelegten Stempel mit der Reichskrone in einer Sonne. Auf Schmuck darf dieses Zeichen ausdrücklich nicht stehen.

Was bedeutet die kleine Waage auf Goldschmuck?

Das ist die gemeinsame Kontrollpunze, international Common Control Mark oder kurz CCM. Sie stammt aus der Wiener Punzierungskonvention, unterzeichnet im November 1972 in Wien und seit 1975 in Kraft. Heute gehören ihr 22 Staaten an, zuletzt kam Italien im Dezember 2023 dazu. Für Gold zeigt die CCM eine Waage über zwei sich überschneidenden Kreisen.

Ein Stück mit CCM trägt vier Zeichen: die Kontrollpunze, das Zeichen der nationalen Prüfstelle, die Verantwortlichkeitspunze und den Feingehalt. Wer so gestempelt kauft, muss in den Mitgliedsländern nicht erneut prüfen lassen. Österreich ist seit 1975 dabei. Seit 1. Jänner 2020 ist eine Punzierung mit der Konventionspunze in Österreich allerdings nicht mehr möglich. Bereits gestempelte Stücke behalten ihre Gültigkeit.

Woher kommt das englische Wort „Hallmark“?

Aus London, und die Geschichte ist herrlich alt. Ein Gesetz von König Edward I. aus dem Jahr 1300 verlangte, dass Wächter des Handwerks Gold und Silber prüfen und mit einem Leopardenkopf markieren. Für Gold galt damals ein Mindestgehalt von 19,2 Karat. 1363 kam die Herstellermarke hinzu, 1478 der Jahresbuchstabe und eine feste Prüfstelle in der Goldsmiths' Hall. Daher stammt laut Londoner Assay Office wahrscheinlich das Wort „hallmark“, das Zeichen aus der Halle.

Wie ernst man das nahm, zeigt das Jahr 1757: Ab da galt das Fälschen einer Punze in England als Kapitalverbrechen, auf das die Todesstrafe stand. Heute geht es zivilisierter zu. In Großbritannien sind Goldstücke unter 1 Gramm von der Punzierungspflicht ausgenommen, und der Jahresbuchstabe ist seit 1999 freiwillig.

Woran erkenne ich vergoldeten Schmuck?

An der Punze, oder genauer an dem, was fehlt. In Österreich darf auf vergoldetem oder versilbertem Unedelmetall kein Feingehalt der Auflage stehen. Ein „750“ auf einem vergoldeten Messingring wäre also schlicht unzulässig. Fachleute unterscheiden außerdem nach Dicke der Goldschicht:

  • Vergoldet: eine galvanische Schicht, oft ab etwa 0,5 Mikrometer; ein gesetzliches Mindestmaß gibt es in Österreich und Deutschland nicht.
  • Dick vergoldet bzw. Vermeil: ab etwa 2,5 Mikrometer.
  • Gold-filled, Kürzel GF: eine fest aufgewalzte Goldschicht, die mindestens ein Zwanzigstel des Gesamtgewichts ausmacht, etwa „1/20 14K GF“. Laut Fachliteratur ist sie fünf- bis zehnmal dicker als eine normale Vergoldung.

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist je nach Typ etwa 17 bis 180 Mikrometer dick. Eine Vergoldung mit 0,5 Mikrometern ist also mindestens 34-mal dünner als selbst das feinste Haar. Sie ist hauchdünn, und genau deshalb reibt sie sich an Stellen mit viel Kontakt irgendwann ab. Massives Gold dagegen bleibt durch und durch Gold, auch wenn es poliert, geweitet oder umgearbeitet wird.

Wo finde ich die Punze an meinem Schmuck?

Meist dort, wo sie niemand sieht. Bei Ringen auf der Innenseite der Schiene, bei Ketten am Verschluss oder an einem kleinen Plättchen daneben, bei Ohrsteckern am Stift oder an der Rückseite. Mit bloßem Auge sind die Zeichen oft kaum zu lesen. Eine Lupe mit zehnfacher Vergrößerung hilft, dieselbe, mit der Gemmologen Diamanten betrachten.

Apropos Diamanten: Auch Steine können gekennzeichnet sein. Das gemmologische Institut GIA graviert die Nummer seines Gutachtens auf Wunsch mikroskopisch klein in die Rundiste, den schmalen Rand des Diamanten, bei manchen Berichten automatisch. Unter der Zehnfach-Lupe lässt sie sich lesen. Was hinter Kürzeln wie TW-si steckt, erklären wir in TW-si, vsi, Brillant.

Preise live aus unserem Shop, Stand: 23.10.2026. Alle Stücke der Manufaktur bei Pforzheim finden Sie unter Noën Jewellery. Woher Noëns Gold stammt, erzählt Über Berg und Tal.

Kuriositäten rund um die Punze

Von römischen Silberbarren bis zum Bernhardiner

  1. Verbraucherschutz seit der Antike

    Punzen gelten als älteste bekannte Form des Verbraucherschutzes. Als frühes Beispiel nennt die Fachliteratur gestempelte Silberbarren aus der Zeit des römischen Kaisers Constans um 350 nach Christus.

  2. Ein Heiliger gibt den Takt vor

    Bis 1975 begann der englische Punzierungsjahrgang am 19. Mai, dem Tag des heiligen Dunstan, Schutzpatron der Goldschmiede. Seither wechselt der Jahresbuchstabe am 1. Jänner.

  3. Frankreich war schneller

    Jahresbuchstaben gab es in Frankreich schon 1427, ein halbes Jahrhundert vor London.

  4. Ein Hund als Prüfzeichen

    Die Schweiz stempelt amtlich geprüftes Edelmetall mit einem Bernhardinerkopf.

  5. Lebensgefährliche Fälschung

    Ab 1757 stand in England auf das Fälschen einer Punze die Todesstrafe.

  6. Mittelalterliches 19,2-Karat-Gold

    Edward I. legte 1300 für Gold einen Mindestgehalt von 19,2 Karat fest, das sind 800 Tausendteile.

Für Nerds: 5 Fakten zur Punzierung
  • Rechtsgrundlage AT: Punzierungsgesetz 2000, BGBl. I Nr. 24/2001, in Kraft seit 01.04.2001; Feingehalte in § 3, Ausnahmen in § 6.
  • Gesetzliche Goldfeingehalte AT: 986, 900 (nur mit „Au“), 750 und 585; Abweichung nach unten nie zulässig, bis 3 Tausendteile bei Fahrlässigkeit mit geringerer Strafe.
  • Rechtsgrundlage DE: Feingehaltsgesetz vom 16.07.1884, § 5: Schmuck in beliebigem Feingehalt, Toleranz 10 Tausendteile.
  • Konvention: Übereinkommen über die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen, Wien 1972, 22 Vertragsstaaten.
  • UK-Ausnahmen: Gold unter 1,0 g, Platin unter 0,5 g, Silber unter 7,78 g brauchen keine Hallmark.

Häufige Fragen zu Punzen und Stempeln

Was bedeutet die Zahl 750 in einem Ring?

Sie steht für den Feingehalt: 750 von 1.000 Teilen sind reines Gold. Das entspricht 18 Karat oder 75 Prozent.

Ist 585 echtes Gold?

Ja. 585 bedeutet 58,5 Prozent reines Gold, also 14 Karat. In Österreich ist 585 der niedrigste Goldfeingehalt, der unter das Punzierungsgesetz fällt.

Muss Goldschmuck in Österreich gestempelt sein?

Goldwaren ab 585, die in Österreich hergestellt, eingeführt oder zum Weiterverkauf angekauft werden, brauchen Feingehalts- und Verantwortlichkeitspunze. Bei Stücken bis 2 Gramm darf die Verantwortlichkeitspunze entfallen.

Ist ungestempelter Schmuck automatisch unecht?

Nein. Sehr kleine oder alte Stücke tragen oft keine Punze, in Deutschland ist das Stempeln ohnehin freiwillig. Sicherheit gibt dann nur eine Prüfung durch einen Goldschmied oder eine Prüfstelle.

Was bedeutet GF auf Schmuck?

GF steht für Gold-filled: eine fest aufgewalzte Goldschicht auf unedlem Metall, die mindestens ein Zwanzigstel des Gewichts ausmacht. Es ist kein massives Gold.

Was ist die Waage auf meinem Goldring?

Wahrscheinlich die gemeinsame Kontrollpunze der Wiener Punzierungskonvention. Für Gold zeigt sie eine Waage über zwei sich überschneidenden Kreisen.

Gold, das man nachlesen kann

Eine Punze ist ein Versprechen, das man mit der Lupe überprüfen kann. Unsere Ringe aus 18 Karat Gold und die Stücke von Noën aus Fairmined-Gold kommen bei uns mit Zertifikat in der Geschenkbox. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrem eigenen Schmuck steht, oder ein neues Stück aus der Nähe sehen wollen, besuchen Sie uns in der Boutique in Bregenz. Wir halten Ihnen gern die Lupe hin. Oder schreiben Sie uns einfach eine Nachricht.

Ihr Team 4D Outfitters, Bregenz

Quellen: RIS: Punzierungsgesetz 2000 · PZG (Gesamttext) · BEV: Punzierungskontrolle · BEV: FAQ Punzierung · BEV: Internationales · FeinGehG § 5 · Bekanntmachung Stempelzeichen 1886 · Hallmarking Convention: Mitglieder · World Gold Council: Hallmarks · Assay Office London: History · Wikipedia: Hallmark · Wikipedia: Gold-filled · Wikipedia: Gold plating · Wikipedia: Hair · GIA: Laser-Inschrift

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